EU-Verbot für leistungsstarke Staubsauger

Ab 2017 dürfen nur noch Staubsauger bis maximal 900 Watt verkauft werden (derzeit liegen die meisten Geräte bei 2.000 Watt), dies (aber nicht etwa eine Vereinheitlichung der Staubsäcke!) hat die EU-Kommission beschlossen. Dass sich dadurch der Zeitaufwand für das Staubsaugen vervielfachen wird und so eine etwaige Energieeinsparung (offizielle Begründung) mehr als zunichte gemacht wird, daran haben die Schreibtischtäter in Brüssel offensichtlich nicht gedacht. Auch nicht daran, dass fortan so mancher Teppich nur noch mithilfe eines Waschvorganges (oder mit Chemie) gereinigt werden kann.

Weitere kranke Dinge, die wir freilich alle mit unseren Steuern finanzieren müssen, stehen uns bevor: Nach jahrelangen Studien zum Urinierverhalten der Bürger liegt ein 60-Seiten-Bericht vor, denn die EU will auch das Klospülen strengen Regelungen unterwerfen. Und die Saatgutverordnung, an der zurzeit gebastelt wird, soll alte heimische und seltene Sorten praktisch verbieten und nur „amtlich zugelassenes“ Saatgut (in den Händen ganz weniger Weltkonzerne wie Monsanto) ermöglichen. Der bislang nachhaltigste – und „giftigste“ – Eingriff in die Lebensführung von uns Bürgern.

Entgiften im Schlaf

Der Mensch verschläft ein Drittel seiner Lebenszeit, Katzen mehr als die Hälfte, und die kleine Taschenmaus sogar fünf Sechstel. Aber warum? Erwiesen ist, dass Schlafen lebenswichtig ist: Ratten sterben nach zwei Wochen, wenn sie am Schlaf gehindert werden (Hunger halten sie viel länger aus). Ebenso ist bekannt, dass der Schlaf der Regeneration dient: wenig Schlaf schwächt das Immunsystem und beeinträchtigt den Stoffwechsel negativ.

Eine bisher unbekannte Funktion des Schlafes haben nun amerikanische Forscher der New Yorker Rochester University gefunden: Im Gehirn gibt es eine Art Lymphsystem, das beim Schlafen hochaktiv ist und „Abfälle“ unter Druck ausspült: Substanzen, die oft so giftig sind, dass sie Krankheiten wie Alzheimer auslösen. Möglich wird das erst, weil das Gehirn für verzweigte „Abwasserkanäle“ Platz macht: Die Gehirnzellen schrumpfen dabei um bis zu 60 Prozent. Die Wissenschaftlerin Maiken Nedergaard spricht von zwei Zuständen des Gehirns: Entweder es macht Party, oder es putzt und räumt auf – beides zugleich geht nicht.

Weiterführende Links: Erholungsurlaub

Der Kinderbuch-Tipp

Der Zwerg hat Geburtstag. Ein Freund fliegt mit einem Flugzeug, das zieht ein Banner hinter sich her mit der Aufschrift: „Klein ist schön“. Der Zwerg freut sich sehr über dieses Geschenk. So lange, bis ihn der Riese besucht, der das Banner auch gesehen hat, aber darüber richtig unglücklich ist. Denn wenn klein schön ist, dann muss groß doch hässlich sein …

Für die Identitätsentwicklung von Kindern ist es ein wichtiges Thema, wie und wer sie eigentlich sind. Denn Eifersucht und Traurigkeit entstehen schnell, wenn sie feststellen, dass sie jene Eigenschaften nicht besitzen, die bei anderen gelobt werden. Zu erfahren, dass man selbst vieles ist und vieles kann, was schön ist, das ist ein bedeutsamer Schritt auf dem Weg zu einem gesunden Selbstbewusstsein. Fazit: Ein wertvolles Themenbuch des angesehenen Kulturjournalisten Werner Thuswaldner (Vater von vier Kindern), das sich auch gut im Kindergarten einsetzen lässt. Ab vier Jahren.

Werner Thuswaldner:
„Klein ist schön – Der Zwerg und der Riese“
Minedition, 13,95 Euro

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Weiterführende Links: Urlaub mit Kindern

Der RELAX Guide 2014 ist da

Er ist da und stark wie immer: Seit dem Erscheinungstag unangefochtener Platz-1-Bestseller auf amazon.de (Wellness/Reisen, weiters Platz-1-Bestseller bei den „beliebtesten Produkten, die als Geschenk bestellt wurden“). Mit 80 neuen Hotels und dem Sonderteil „Urlaub wie im Kino – Die 50 schönsten Filmhotels der Welt“. Bestellen Sie Ihr Exemplar – auch als passendes Weinnachtsgeschenk für Ihre Lieben: hier und jetzt!

RELAX Guide 2014

Kochen mit den Jahreszeiten

Kurz taucht beim Querlesen von Lea Linsters neuem Brigitte-Kochbuch der Gedanke auf, ob das ständig gebrauchte Wörtchen „schön“ wohl etwas typisch Weibliches sei. Aber dann erinnern wir uns an einen von Lea Linsters TV-Kochkollegen, den zwirbelbartbewehrten Horst Lichter mit seinem ewigen „so ein schönes Sößchen“, und die gedanklichen Geschlechterzuweisungen sind sogleich wieder passé. Lea Linster, luxemburgische Sterneköchin, braucht – warum auch immer – stets schöne Kartoffeln für ein Püree, schöne Orangen, selbst wenn diesen die schöne Schale zur Gänze entfernt wird und nur die Fruchtfilets verwendet werden, sie kann nur einen schönen Nudelteig verarbeiten und benötigt schöne Tomaten, um diese in kleinste Würfel zu schneiden. (Linster ist somit nicht Zielperson Nummer eins der kürzlich präsentierten Rewe-Kampagne der „Wunderlinge“, Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern, das bisher nicht die Regale der EU-normverliebten Supermärkte erreichte.)

Genug gelästert! Lea Linsters Kochbücher sind stets durchaus brauchbar, weil privatküchentauglich, und lebendig geschrieben. Die Köchin (bzw. ihr Ghostwriter) erzählt in der Ich-Form, so wie als wenn sie eine Kochsendung für Blinde kommentieren müsste. „Ich erhitze einen Esslöffel Öl und gebe die Möhren- und Frühlingszwiebelstreifen hinein und etwas Salz darüber. Noch einen kleinen Schluck Wasser dazu – so dünste ich das Gemüse an.“ Der große Vorteil dieser ausladenden Schreibweise sind die Tipps, die Lea Linster zwischendurch verrät; quasi mitten in der Arbeit fällt ihr etwas ein, das sie den Lesern mitteilen muss.

Dieses Buch, ihr sechstes für die Zeitschrift Brigitte, ist in Jahreszeiten geteilt. Passend zum Herbst und zum kommenden Winter beschreibt Linster gästetaugliche Rezepte wie Consommé vom Ochsenschwanz, Maronensuppe mit Parmesantalern, Pilzflan mit sautierten Steinpilzen und Knoblauchchips oder Schwarzwurzeln in Petersilienrahm. Letztere bezeichnet sie – das war ja nicht anders zu erwarten – als „schönes Gemüse“.

Rezepte im PDF Format:
Gebratene Entenleber auf Chicoréesalat mit Orangenvinaigrette
Hochrippe auf Zwiebelgemüse
Consommé vom Ochsenschwanz

Lea Linster:
Meine vier Jahreszeiten

Diana Verlag, 160 Seiten
24,99 Euro

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