Mehr Unfälle durch Helmpflicht

Das Tragen eines Helmes beim Fahrradfahren ist gesetzlich noch nicht vorgeschrieben, das Oberlandesgericht Schleswig hat im Juni dennoch einer Radfahrerin eine Mitschuld von 20 Prozent an ihren schweren Kopfverletzungen gegeben, weil sie keinen Helm getragen hatte – obwohl sie an dem Unfall gar keine Schuld hatte.

Dabei macht das gesetzlich verpflichtende Helmtragen das Fahrradfahren nicht sicherer, sondern erwiesenermaßen gefährlicher: Nachdem in Australien die Helmpflicht eingeführt worden war, fuhren junge Menschen um ein Drittel weniger mit dem Rad. Doch für die verbliebenen Radler stieg das Unfallrisiko zugleich beträchtlich an. Denn Autofahrer, so zeigt die Unfallforschung, werden umso rücksichtsloser, je weniger Radfahrer auf der Straße sind. In den USA tragen rund 40 Prozent der Fahrradfahrer einen Helm, in den Niederlanden dagegen nur 0,1 Prozent. Trotzdem werden in den USA auf der gleichen Distanz zehnmal so viele Radler getötet wie in den Niederlanden, wo das Fahrrad schlechthin das nationale Fortbewegungsmittel ist.

Schwächt Männer, lässt Frauen früher sterben

Zucker verkürzt das Leben und vermindert die Zeugungsfähigkeit, das ist zumindest bei den Hausmäusen des Wissenschafters Wayne Potts (University of Utah) so. Sie wurden mit gesunder menschlicher Nahrung gefüttert, erhielten aber 25 Prozent Zucker dazu, das entspricht etwa drei Softdrinks pro Tag (beim Menschen). Die Folgen: Nach acht Monaten Wochen waren 37 Prozent der Weibchen tot – mehr als doppelt so viele wie in der Kontrollgruppe –, bei den Männchen waren Kampf- und Zeugungskraft deutlich schwächer. Sie hatten ein Viertel ihres Reviers verloren und um ein Viertel weniger Nachwuchs.

Der US-Forscher ist der Ansicht, dass diese Ergebnisse mehr oder weniger auch auf den Menschen übertragbar sind, teilen Mensch und Maus doch seit Menschengedenken eine sehr ähnliche Ernährungsweise.

In den westlichen Industrieländern ist der Zuckerkonsum in den vergangenen 150 Jahren um das Zwanzigfache gestiegen; Softdrinks wie Coca-Cola enthalten etwa 40 Würfelzucker pro Liter.

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Dreiklang der Aromen

Angeblich gibt es nur fünf Geschmacksrichtungen: süß, salzig, sauer, bitter, umami (den jüngsten Geschmack, der übersetzt etwa herzhaft, fleischig bedeutet). In dieser Aufzählung fehlen allerdings einige Sinneseindrücke, die der Gaumen durchaus als eigenes Spektrum wahrnehmen kann: rauchig, scharf, erdig oder nussig. Genau diesen Aromen ist der US-Fernsehkoch Angelo Sosa auf der Spur. Sein neues Kochbuch ist nun auf Deutsch erschienen. Und liest sich extrem an- und aufregend.

Sosa führt sogar noch weitere Aromagruppen an, widmet diesen aber kein eigenes Kapitel: kräuterwürzig etwa oder blumig. Er listet Zutaten den Geschmäckern zugeordnet auf: Chorizo oder Chipotle-Chilis gehören zu den rauchigen Eindrücken, Sesamöl, Basmatireis oder Mandeln zu den nussigen.

Angelo Sosa ist überzeugt, dass ein gelungenes Gericht einen Aromen-Dreiklang braucht, also auf jeden Fall drei verschiedene Geschmackskomponenten. Es genügt für ihn nicht, Eier mit Speck zu braten, ihm würde hier die dritte Komponente fehlen – Sosa ergänzt also etwa mit Ketchup oder süßem Chutney. Wer sich das am Gaumen plastisch vorzustellen vermag, ist Sosas Gedankenwelt schon recht nahe und kann selbst vielleicht bald eigene Aromendreiklänge erfinden. Die Basics dafür hat jeder im Haus: Honig oder Ahornsirup etwa, den Sosa gern mit gegrilltem rauchigem Fleisch zusammenspannt, dazu noch etwas salzig oder sauer Eingelegtes wie Kapern oder Gewürzgurken.

Der junge Koch kombiniert südamerikanische Gewürzmischungen mit solchen aus Ostasien, hüllt zum Beispiel Thunfisch in Mole, die mexikanische Schokolade-Gewürz-Sauce. Und vor allem seine spannungsgeladenen süß-salzigen Ideen beeindrucken. Etwa wenn er gebackenen Butternusskürbis mit Würzkaramell serviert, Rippchen mit Ananas und Zitronengrashonig, gegrillten Mais mit süßen Kokosflocken und scharfer Mayo oder sich einen weiße Schokoladesauce mit Curry ausdenkt.

Fazit: Zuerst nachkochen und die Vielklänge an Aromen erleben, dann selbst aktiv werden und rauchig mit süß kombinieren, bitter mit süß. Echt spannend!

Rezepte im PDF Format:
Limonade mit Thai-Basilikum und Kreuzkümmel
Earth-Rub – Gewürzmischung
Ananas-Sellerie-Salat mit Sambal

Angelo Sosa:
„Geschmack entscheidet!“

Thorbecke, 24,99 Euro


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