Neue Medikamente: teurer, aber nicht besser

Fast alle neuen Medikamente sind kaum wirksamer als die alten, dafür sind sie zumeist teurer. Dies zeigt eine Untersuchung der Universität Bremen, nach der nur zwei von 23 zuvor neu in die Apotheken gekommenen Arzneimitteln unzweifelhaft mehr Nutzen als ältere Medikamente bieten.

Wer große Erwartungen in neue Pillen setzt, sollte bedenken, dass bei diesen speziell seltene Nebenwirkungen noch nicht vollständig bekannt sein können.

Sonnig und warm

Wer hält das angesichts des Wetters in den vergangenen Wochen noch für möglich? 26 bis 28 Grad bei vollem Sonnenschein. Doch das gab es am Wochenende tatsächlich. Allerdings nicht in Rom (17 Grad), nicht in Berlin (16 Grad) und nicht in Wien (17 Grad), sondern am nördlichen Polarkreis (und noch ein bisserl nördlicher, sozusagen fast in Nordpolnähe): in Kiruna und in Murmansk!

Weiterführende Links: Am Wasser und Hotels am Meer

Neulich bei Apple

Eine wahre Begebenheit als Dramolett

Ein Apple-Computer macht Probleme, alles deutet auf eine defekte Festplatte hin. Der Kunde lässt das Diagnoseprogramm laufen, das einen Festplattenfehler mit einer kryptischen Zahlen- und Nummernkombination – etwa MAD004XY0000000Z123 – ermittelt. Um das Geheimnis zu lüften, ruft der Kunde die kostenpflichtige Hotline für „technischen Support“. Ein Mitarbeiter meldet sich mit freundlicher Stimme.

Kunde: Guten Tag, ich haben einen Apple-Computer, die Festplatte scheint irgendwie defekt zu sein. Nun habe ich nach einem Hardware-Test einen Fehlercode erhalten, MAD004XY und so weiter, von dem ich gerne wüsste, was er bedeutet, das steht ja nirgendwo. Können Sie mir da weiterhelfen?

APPLE-SUPPORT: Ja, da bräuchte ich nur einmal die Gerätenummer.

Kunde (gibt die 12-stellige Gerätenummer durch, die er sorgfältig vorbereitet hat)

APPLE-SUPPORT: Ja, also das Gerät ist aus 2011, das ist nicht mehr in Garantie, hier gibt es keinen kostenlosen Support mehr. Aber ich werde Ihnen trotzdem weiterhelfen. Dazu brauche ich aber Ihren Firmennamen.

Kunde (atmet auf, nennt Namen und, nach erneuter Anforderung, auch die Adresse)

APPLE-SUPPORT: Ich habe hier aber eine andere Adresse vermerkt.

Kunde: Nein, diese ist richtig.

APPLE-SUPPORT: Dann noch eine Telefonnummer.

Kunde (nennt die Telefonnummer)

APPLE-SUPPORT: Und jetzt noch einen Ansprechpartner und eine Emailadresse.

Kunde: Sie, ich möchte eigentlich nur wissen, was MAD004XY0000000Z123 bedeutet.

APPLE-SUPPORT: Ja, aber ich brauche eine Ansprechperson und die Emailadresse.

Kunde (nennt die gewünschten Daten)

APPLE-SUPPORT: Danke. Also ich müsste jetzt das heraussuchen, das ist sehr aufwendig.

Kunde: Sie haben doch sicher ein Verzeichnis, wo das drinnen steht, oder?

APPLE-SUPPORT: Ja, aber das nimmt einige Zeit in Anspruch.

Kunde (versucht, ruhig zu bleiben): Also die Verbindung kostet pro Minute, ich kann da schon etwas warten. Oder Sie mailen mir das Ergebnis einfach, Sie haben ja jetzt meine Mailadresse.

APPLE-SUPPORT: Es handelt sich dabei aber um ein Hardware-Problem, da sind wir überhaupt nicht zuständig, weil wir nur für Probleme mit Programmen zuständig sind.

Kunde: Aber wenn ich jetzt ein brandneues Gerät hätte, würden Sie mir dann sagen, was der Fehlercode bedeutet?

APPLE-SUPPORT: Nein, das kann ich nicht, weil für Hardware-Probleme ist nur der Fachhändler vor Ort zuständig, auch bei neuen Geräten. Ich kann Ihnen aber gerne eine Liste von Fachhändlern in Ihrer Region durchgeben.

Kunde (ist sprachlos, fühlt sich ver-applet): Ähhm … aber … nein … danke.

(Vorhang)

Eisrezepte geschmacklos verpackt

Dezent geht anders. Der Arbeitstitel dieses Buches lautete wohl „Die martialische Erotik des Speiseeis“. Da träufelt eine Perückenblondine mit Madonna-Kegelbusen-Kostüm Obers aus einer Babysaugflasche auf ihren Eisbecher, da fräsen sich messerscharfe Eisplättchen gewaltsam in schlieriges Schokoeis, da werden Karamelltropfen so close herangezoomt, dass man das Buch schon sehr weit weg halten müsste, um nicht das Gefühl zu haben, da jetzt direkt in die Seite hineinzuschlecken. Irgendwie geschmacklos, diese Laster-Ästhetik. Aber auch faszinierend. Hat was von Fremdschämen, man blättert ungläubig um, um zu wissen, ob es auf den nächsten Seiten im selben Stil weitergeht. Nein, es wird noch besser, da kommen Wortfetzen wie „Nimm mich“, „Schleck mich, saug mich“, dann wird ein Eis in einem Becher mit Pistolengriff serviert. Schleck oder stirb!, lautet wohl die unterschwellige Parole. Dazwischen wird das Motiv der Sünde bemüht – „vergib mir, o Herr, denn ich habe Eis geschleckt“.

Das Buch der „Icecreamists“, Produzenten von „lasterhaften Eiscreme-Kreationen“, so die Eigenbeschreibung, möchte eine Eiscreme-Revolution starten. „Ein kleiner Schleck für einen Menschen, aber ein riesiger Schleck für die Menschheit“, heißt es darin. Geboten werden Infos über Zutaten und Grundausstattung sowie Rezepte für „sündige“ Eiskreationen, für Sorbetti, Shakes, Cocktails und Eis-Lollies.

Die Eissorten tragen Namen wie Priscilla (Eis aus weißer Schokolade) oder Scarlett (Erdbeer-Balsamico-Eis), heißen „Sex, Drugs and Choc’n’Roll“ (Milchschokoladeeis), Himbeernippel (Sie lesen richtig) oder „The Ladychiller“ (Rosenblüteneis). Adolf Hitler wird „der große Lecktator“ genannt. Wahnsinnig witzig und draufgängerisch – wir sind beeindruckt! Ein Buch, das keinen Political-Correctness-Test überstünde. Das könnte ja eigentlich Gutes verheißen. In diesem Fall aber kommt alles zu brachial daher und tut richtig weh. Fazit: Eiskalt abzuservieren.

Rezepte im PDF Format:
Priscilla / Las Vegas / Sex, Drugs and Choc ’n‘ Roll
Ingwiana Jones / Kalter Schweiss / Shoot to Chill

The Icecreamists. Exklusive Eiscreme und andere Laster
Matt O’Connor

Edition Fackelträger, 162 Seiten
19,95 Euro


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