Kleine Sparer enteignet

Etwa 300.000 spanische Kleinanleger (vorwiegend Rentner) wurden Ende März per Gesetz teilenteignet, sie verlieren zwischen 30 und nahezu 100 Prozent ihres angelegten Geldes. Dabei geht es nicht um Sparbücher, sondern um ein kompliziertes Finanzprodukt namens „Preferentes“, das ihnen als todsicherer „Sparbuchersatz“ verkauft worden ist (und de facto eine Beteiligung am Grundkapital ihrer Bank ist). Diese Teilenteignung war die Bedingung für die Auszahlung der EU-Bankenhilfe (ESM) von 100 Milliarden Euro, die Betroffenen zahlen so rund 6 Milliarden für die Rettung von Pleitebanken wie Bankia und anderen dazu.

Nach den staatlich angeordneten Teilenteignungen in Zypern und Spanien könnte der Rückgriff auf Kundenguthaben zum Standardmodell in der EU werden. Der Präsident der deutschen Bundesbank äußerte sich dazu wenig vertrauenerweckend: Guthaben unter 100.000 Euro sollen „möglichst nicht angetastet“ werden.

Besser oben ohne

Büstenhalter bringen nichts, sie können sogar schädlich sein. Zu diesem Schluss kommt der französische Sportmediziner Jean-Denis Rouillon, der 15 Jahre an den Brüsten von mehr als 300 Frauen geforscht hat (was gibt es doch für Jobs!). Demnach führen BHs dazu, dass jene Bänder, die die Brust stützen, ausleiern und sich zurückbilden, wodurch man vom BH abhängig wird.

Besondere Aufmerksamkeit widmete der Mediziner einer Gruppe von Frauen zwischen 18 und 35 Jahren, die keinen BH mehr verwendeten. Dabei zeigte sich, dass Höhe der Brustwarzen pro Jahr durchschnittlich um sieben Millimeter anstieg, die Brüste also straffer wurden. Zudem seien Schwangerschaftsstreifen verblasst.

Auch die 28-jährige Profi-Läuferin Capucine Vercellotti trägt auf Anraten von Rouillon keinen BH mehr – und schwört darauf. Ob ein BH nützlich ist oder nicht, hängt, so Rouillon, auch vom Alter und den Lebensumständen ab. Einer 45-jährigen Mutter von mehreren Kindern könne man nicht raten, den BH einfach beiseitezulegen.

Gut und schön wärmt

Wer menschliche Kälte erlebt, der fröstelt. Umgekehrt erhöht etwa die Erinnerung an gute Zeiten die Raumtemperatur – zumindest die empfundene. Diesen Zusammenhang hat (unter anderen) der Psychologe Chen-Bo Zong (Toronto) in Experimenten aufgezeigt, darunter war eines, in dem Testpersonen eine soziale Ausgrenzung erleben mussten. Danach empfanden sie die Raumtemperatur um drei Grad tiefer als jene der Vergleichsgruppe. Ein anderer Versuch (Lawrence Williams, University of Colorado) zeigte den Umkehrschluss: Mit einem heißen Getränk in der Hand urteilt man wesentlich freundlicher über den Charakter anderer als mit einem eiskalten.

Weiterführende Links: Hotel mit Saunalandschaft und Verwöhnhotels

Cupcakes, die glücklich machen

Ein bisschen spät, aber dafür umso artentypischer: das Buch zum Cupcake-Geschäft von Renate Gruber, einer ehemaligen Graphikerin, die die nicht unumstrittenen amerikanischen Küchlein in Wien etabliert hat. Bevor wir nähere Beschreibungen liefern, machen wir doch bitte ein kleines Experiment: Schließen Sie die Augen und begeben Sie sich gedanklich in einen Laden, der mit weißen Landhausmöbeln und hübsch gewandeten Freundinnenrunden im Tratschmodus möbliert ist und in dem es nach Zuckerüberschuss riecht. Öffnen Sie wieder die Augen und schreiben Sie nieder, welche drei Elemente auf den Fotos in dem zu diesem Laden gehörigen Cupcake-Kochbuch nicht fehlen dürfen. Stecken Sie den Zettel in ein Kuvert. Wetten, dass Sie „Rosenblätter“, „silberne Zuckerperlen“ und „weiße Tupfen auf rosa Grund“ niedergeschrieben haben? Wir öffnen Ihr Kuvert. Da steht: Rosenblätter, silberne Zuckerperlen und weiße Tupfen auf rosa Grund. Warum also sollte man ein Cupcake-Kochbuch irgendwie anders gestalten? Auch erwachsene Mädchen brauchen schließlich ab und zu eine Prise Prinzessin Lillifee im Leben, nicht wahr?

Cupcakes sind wie Musicals: Von vielen geliebt, mit besten Besucherzahlen, von wahren Musikfreunden verachtet. Was die beiden aber unterscheidet: Musicals sind leicht konsumierbar, Cupcakes nicht. Nicht nur weil sie meist so hübsch aufgeputzt sind, dass man sich scheut, sie zu verzehren. Und dann stellen sich immer die Fragen: Schneidet man einen Cupcake? Beißt man ein Stück ab? Schleckt man die Creme runter, bevor man sich dem Teig widmet? Wir wissen es nicht. Dazu finden sich in diesem Buch auch keine Anleitungen. Dafür aber umso ausführlichere zur Machart von Cupcakes.

Renate Gruber kommentiert die einzelnen Arbeitsschritte sehr genau, sodass weder eine Creme gerinnen noch ein Karamell anbrennen noch ein Topping falsch aufdressiert sein sollte. Sie listet Rezepte für Sponges, wie man die Teigbasis von Cupcakes nennt, getrennt von jenen für Toppings auf und empfiehlt bewährte Kombinationen: etwa einen Karotten-Sponge zu veganem Maroni-Topping. Oder einen Vanille-Sponge zu einem Karamell-Topping. Oder einen Mohn-Sponge zu einem Marzipan-Amaretto-Topping.

Fazit: Ein aufwendig gemachtes Buch mit gut durchdachten Anleitungen zu einem fairen Preis – die pittoreske Aufmachung ist freilich ebenso Geschmackssache wie Cupcakes selbst.

Rezepte im PDF Format:
Kochen Dekor
Kochen Schoko-Rum-Sponge
Kochen Topping Schoko Orange

Renate Gruber:
130 Gramm Liebe.
Cupcakes, die glücklich machen

Brandstätter, 176 Seiten
25 Euro

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