Kinder-Lebensmittel sind ungesund

Speziell für Kinder hergestellte Nahrungsmittel – sie werden häufig mit Comic-Figuren auf der Verpackung sowie mit Spielzeugbeigaben beworben – sind mehrheitlich ungesund, unter anderem nämlich stark zucker- und fetthaltig sowie aromatisiert. Dies geht aus einer vor kurzem veröffentlichten Untersuchung der Konsumentenschutzorganisation Foodwatch hervor, bei der mehr als 1.500 solcher Lebensmittel unter die Lupe genommen wurden. Nur knapp mehr als ein Zehntel aller Produkte sind empfehlenswert, weshalb Foodwatch resümiert: „Die Industrie will Kinder so früh wie möglich auf ungesundes Junkfood programmieren.“

Der Grund dafür sei, so Foodwatch weiter, dass die Gewinnmargen bei Obst und Gemüse unter fünf Prozent liegen, mit industriell hergestellten Lebensmitteln dagegen mindestens die dreifache Umsatzrendite zu erzielen ist.

Kroatien: Werbung und Wirklichkeit

Kroatien wirbt gegenwärtig im Fernsehen – mit wunderschönen Sandstränden. Das mutet freilich etwas merkwürdig an, sind diese in Kroatien doch nur höchst selten anzutreffen: der typische Strand ist aus Fels, grobem Schotter – oder aus Beton. Übrigens im RELAX Guide 2013 (er erscheint Mitte Oktober): slowenische und kroatische Wellnesshotels im kritischen Test – echt spannend!

Das teuerste Hotelzimmer der Welt

Ausgerechnet im bettelarmen Griechenland gibt es das teuerste Hotelzimmer der Welt: Laut dem britischen Daily Telegraph und dem Magazin Lonely Planet ist es die Royal Villa im Grand Resort Lagonissi südlich von Athen – sie kostet pro Nacht 38.000 Euro – Frühstück und Halbpension werden extra verrechnet. Das Hotel liegt übrigens absolut verkehrsgünstig – nur 100 m von der vierspurigen Küstenstraße entfernt!

Französisches Schlosshotel in Malaysia

Mit dem originalgetreuen Nachbau einer Königsburg im Elsass will Malaysia im Wellnesstourismus reüssieren. Das neue 260-Betten-Hotel mit dem sperrigen Namen „The Chateau Spa & Organic Wellness Resort“ gibt sich nur bedingt „organisch“ – wurde ihm doch ein 150 Millionen Jahre alter Regenwald geopfert! Ob man sich als Gast aus Europa für ein derartiges französisches Pseudo-Schloss in den Tropen interessieren wird, das ist wohl mehr als fraglich.

Bergbauernküche

Bei diesem Kochbuch merkt man, wie sehr Inhalt und Form ineinander fließen können: deftig die Rezepte, bisweilen bis zum Überdruss körnig die Bilder, rau das Papier. Hochglanz wäre hier völlig fehl am Platz gewesen. Mali Höllers Kochbuch zur Südtiroler Bergbauernküche ist in seiner Robustheit ein stimmiges Ganzes.

Nachvollziehbar schreibt die Fotografin im Vorwort: „Südtirol hat mich etwas verwirrt. Ich wusste nie so genau, wo ich war: Italien, Österreich, Deutschland? Deutsch sprechende Menschen in blauen Schürzen, die ihren Kaffee nicht mit Kaffeefiltermaschinen, sondern mit Espressomaschinen zubereiten und dieses nicht tun, weil es wie in Deutschland modern ist, sondern weil wir hier in Italien sind.“ Diese mediterran-alpine Ambivalenz, die Südtirol so eigen ist, ist allerdings in den Rezepten nicht so deutlich spürbar. Südliches Flair findet man wenig, dafür umso mehr heimisches Back-to-the-roots-Gefühl. Rezepte wie eine schlichte Brotsuppe, die mit Ei und Butter angereichert ist, oder die Brennsuppe, die nur aus Wasser, Butter, Mehl und Gewürzen besteht, sind in heutigen Kochbüchern selten.

Auch die Bilder geben Gerichten Raum, die man üblicherweise nur in fertig gekochtem Zustand kennt, etwa wenn bei der Zubereitung der Milzschnitten auch die rohe, blutige Milz in den Mittelpunkt rückt. „So sieht das also aus“, ist man versucht zu denken. Und herrlich die Konsequenz, vier Liter Blut als Zutat zu nennen: Wie bitte soll man denn sonst Blunzen machen?

Rezepte für Schlutzkrapfen oder Spinatknödel sind in einem Buch zur Südtiroler Küche ganz selbstverständlich, direkt berührend hier der Hinweis, mit dem man für die „Schlutzer“ Werbung macht: „Sogar Babys können Schlutzer mit Olivenöl klein zerdrückt essen.“ Damit ja keiner auf sie verzichten muss. Im Kapitel Nachspeisen wird vor vorauseilendem Höflichkeitsgehorsam gewarnt: „Strauben, Kniekiachl, Apfelkiachl, Brotkiachl, Hollerkiachl und Salbeikiachl isst man mit den Händen! Also kein Besteck reichen!“

Fazit: Ein grundsympathisches Buch, das perfekt zum Regionalitätszeitgeist passt.

Rezepte im PDF Format:
Rezepte

Mali Höller:
Echt Südtirol! 85 Rezepte aus der Bergbauernküche

Christian Verlag, 223 Seiten
24,95 Euro

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