Impfung in der Schule: Land muss Schadenersatz leisten

Im Zuge einer Schulimpfung erlitt ein Schüler in der Steiermark eine schwere Bluterkrankung. Nachdem die Eltern über die Risiken der Impfung nicht aufgeklärt wurden – sie erhielten nur ein Informationsblatt, in dem die Gefahren der Krankheiten, gegen die diese Impfung schützen soll, in übertriebener Weise aufgezählt waren – verurteilte das Landesgericht Graz das Land Steiermark zur Zahlung von Schmerzensgeld.

Das Gericht widerspricht in seinem Urteil der verbreiteten Meinung, auf seltene Nebenwirkung des Impfstoffes sei nicht hinzuweisen. Impfungen sind präventive Maßnahmen, daher nicht dringlich. Umso mehr muss die Aufklärung umfassend sein.

Der impfkritische Verein AEGIS Österreich beklagt in diesem Zusammenhang die vorherrschende Praxis bei Schulimpfungen: Sie entspricht in keiner Weise der geltenden Rechtslage: „Die Nebenwirkungen von Impfstoffen werden nicht erwähnt. Es wird der falsche Eindruck einer absoluten Ungefährlichkeit der Impfung erweckt.“

Zahnreinigung: Mehr als ein Drittel der Zahnärzte zockt ab

Wer seinen Zähnen mit einer professionellen Reinigung Gutes tun will, könnte sich spätestens bei der Bezahlung der Rechung über den Tisch gezogen fühlen: Die Preisunterschiede sind gigantisch – zwischen 49 und 173 Euro muss man im Schnitt dafür berappen! Dies fand das deutsche Verbraucherportal www.geld.de in einer groß angelegten Untersuchung heraus.

Dazu wurden über 1.400 Zahnärzte in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Dass eine Zahnreinigung zum Luxusgut werden kann, zeigen die Kosten im Verhältnis zum durchschnittlichen Bruttoeinkommen. So müssen die Patienten in allen 127 untersuchten Städten im Schnitt mittlerweile 68 Prozent ihres Tagesbruttolohns für eine Reinigung ausgeben. In Deutschland sind es 67 Prozent, in Österreich 82 und in der Schweiz 61 Prozent.

Am ärmsten sind laut Untersuchung die Österreicher dran: 80 Prozent der dort befragten Zahnärzte fallen in die „Abzock“-Kategorie – durchschnittlich sind 75 bis 140 Euro zu bezahlen.

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http://www.geld.de/presse.html

Wellness macht froh

Saunieren stärkt Immunsystem, Herz und Kreislauf. Und es macht froh, wie Wissenschafter jetzt herausgefunden haben: Stresshormone werden abgebaut und Glückshormone ausgeschüttet. Regelmäßige Saunabesuche können zudem bei Menschen, die unter Diabetes oder einem zu hohen Cholesterinspiegel leiden und deshalb ein erhöhtes Infarktrisiko haben, die angegriffenen Gefäße regenerieren.

Kombinationsschule

Unaufgeregtheit ist bekanntlich nicht unbedingt ein Attribut, das man mit TV-Köchen verbindet. Jamie Oliver nuschelte uns in der Originalversion seiner ersten Show nieder, während er zwischen seinem fehlkonstruierten Kühlschrank und der Arbeitsplatte hin- und hereilte, Tim Mälzer wird nicht umsonst Rockstar unter den deutschen Fernsehköchen genannt, Sarah Wieners Eitelkeit mit affektierten Schönbrunner-Deutsch-Einsprengseln ist bereits legendär. Dementsprechend sehen meist die Kochbücher dieser TV-Vorkocher aus: bunt, mit möglichst vielen Bildern, auf denen die Protagonisten zu sehen sind. Und nein, die Protagonisten sind nicht die Gerichte, wie es bei Kochbüchern zu erwarten – und wohl auch sinnvoll – wäre.

Anders verhält es sich im Falle der Kochbücher von Alexander Hermann. Der großgewachsene Deutsche gilt als ruhiger, angenehmer Gast in Shows wie „Lanz kocht“, und auch in seinem zweiten „Küchen IQ“-Buch lässt er anderen den Vortritt: seinen schlichten Gerichten.

Der erste Band seiner Kochschule in ungewöhnlichem, großem Querformat – beide sind in der Collection Rolf Heyne erschienen, ein dritter Band soll im Jänner 2012 folgen – widmete sich eher Basic-Rezepten, der zweite Band, der kürzlich erschien, soll lehren, wie man ein Menü zusammenstellt. Alexander Herrmann möchte Hobbyköche dazu bringen, selbst kombinieren zu lernen, sobald man einzelne Elemente von Gerichten beherrscht. Dass das dringend notwendig ist, zeigt die Unsicherheit, die in Kochkursen oder bei halbprivaten Kochsessions häufig zum Vorschein kommt: Viele trauen sich nicht zu, Komponenten eigenständig zu kombinieren, zu oft schwingt die Angst mit, „passt denn das zusammen?“. Und auch gängeübergreifend herrscht Ungeschicktheit vor, innerhalb eines Menüs wird allzu ignorant gemixt: Da wird etwa zuerst eine klare thailändische Suppe serviert, dann folgt eine Hühnerbrust Caprese und dann ein Schokoküchlein. Dass in Südostasien weder Milchprodukte noch Schokolade zu den gängigen Zutaten gehören, somit vielleicht eine andere Suppe für ein harmonisches Menü angebracht wäre, scheint unwichtig, Hauptsache, man bekommt überhaupt irgendwie drei Gänge zusammen.

Alexander Hermann möchte hier Abhilfe schaffen und setzt Vorspeisen in Beziehung mit Hauptspeisen und Desserts. Worauf liegt der Fokus bei jedem Gang, was wäre ein sinnvoller Nachfolger als weiterer Gang?
Fazit: Eine gelungene Kochbuchreihe, in der Aufmachung herrlich unaufgeregt und inhaltlich schwer notwendig.

Rezepte im PDF Format:
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Alexander Herrmann:
AHIQ – KÜCHEN IQ Band 2: Menü
224 Seiten
35 Euro

Weiterführende Links: Gourmet & Spa Hotels

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Ungesundes Olivenöl

Seit langem wird Olivenöl als gesundheitsfördernd bezeichnet, das ist es jedoch längst nicht immer. Ein Test des Vereins für Konsumenteninformation brachte Unschönes zutage: 15 der in Supermärkten am meisten verkauften Öle der höchsten Qualitätsklasse „nativ extra“ wurden untersucht, die Bestnote „Sehr gut“ gab es nicht, nur zwei schnitten mit „Gut“ ab. Außerdem: Alle enthielten Schadstoffe, darunter polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und PVC-Weichmacher. Diese stehen im Verdacht, Krebs auszulösen und die männliche Fruchtbarkeit negativ zu beeinflussen.

Die Wertung:
Echt Bio Natives Olivenöl extra („Gut“)
Conte de Cesare Natives Olivenöl extra („Gut“)

Bertolli Extra vergine olio di oliva („Durchschnittlich“)
Primadonna Natives Olivenöl extra („Durchschnittlich“)
Ja! Natürlich Extra natives Olivenöl fruchtig („Durchschnittlich“)
Castello Olio extra vergine di oliva („Durchschnittlich“)
Cori Natives Olivenöl extra („Durchschnittlich“)
Iliada Kalamata natives Olivenöl extra („Durchschnittlich“)
Altis Natives Olivenöl extra („Durchschnittlich“)

Montolivo Olio extra vergine di oliva („Nicht zufriedenstellend“)
Carapelli Natives Olivenöl extra („Nicht zufriedenstellend“)
Rapunzel Olivenöl nativ extra („Nicht zufriedenstellend“)
Natürlich für uns Natives Bio-Olivenöl extra („Nicht zufriedenstellend“)
SBudget Olivenöl extra virgin („Verdacht auf Etikettenschwindel“)
Spar Natur Pur Bio-Olivenöl („Verdacht auf Etikettenschwindel“)

Mehr:
http://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument/Page/Start&cid=1188229631970

360.000 Euro in der Stunde

Nehmen wir an, Sie hätten eine Maschine, die Ihnen jede Sekunde einen 100-Euro-Schein druckt. Dann wären Sie bereits nach einer Minute um 6.000 Euro reicher, nach nur einer einzigen Stunde sogar schon um 360.000 Euro!

Doch wie lange müsste die Notenpresse laufen, damit Sie 100 Milliarden, also deutlich weniger als die Hälfte der österreichischen Staatsschulden erhalten? Sie werden es kaum glauben – und vielleicht nicht einmal mehr erleben: 32 Jahre!

Der Erneuerer

Adi Bittermann ist keiner, der Kochbücher ruck-zuck aus der Hüfte schießt. Er nimmt sich gern Zeit, um die Traditionen hinter der österreichischen Küche zu erkunden, und dementsprechend gewichtig und gut recherchiert sind seine Bücher dann auch. Widmete er sich für sein voriges Werk noch der Kronländerküche, ist es diesmal die überaus vielfältige Küche der ehemaligen k.u.k.-Donaumetropole Wien, die er auf über 400 Seiten in zumeist modernisierter Form vorstellt. Übrigens: Wien ist die einzige Stadt, nach der eine weltweit bekannte Küche benannt ist!

Adi Bittermann, der sich lange Zeit in Vikerl’s Lokal in einer nicht gerade salonfähigen Gegend Wiens zwei Hauben und sehr viele Stammgäste erkochte, führt seit einigen Jahren in Göttlesbrunn bei Wien in einer ehemaligen Schule ein Wirtshaus samt Vinothek. Seine besondere Vorliebe gilt den Innereien, die ja auch eine gewisse Beschäftigung mit der Küchentradition Wiens erfordern. Das Buch „Die Wiener Küche“ ist ein ziemlich vollständiges Kompendium mit sämtlichen Klassikern und auch schon in Vergessenheit geratenen Gerichten, die die Wiener Hausfrauen (oder auch die böhmischen und ungarischen, das kann man im Fall der österreichischen Hauptstadt nie so genau sagen) durch Jahrhunderte perfektionierten. Adi Bittermann lag es aber fern, noch ein billiges Kochbuch für Wien-Touristen zu produzieren, wie es schon so viele gibt. Sein Anspruch war es, Kalbskopf und Co ins heute zu übersiedeln.

Und das ist ihm wunderbar gelungen. Räucherforellentatar mit Erdäpfelpuffer richtet er in zeitgemäßer Quadratform an, aus Schweinsbraten macht er ein Carpaccio mit Erdäpfel-Kren-Vinaigrette. Gekochte Kalbszunge kommt mit Haselnüssen mariniert auf den Teller, Blunzn (Blutwurst) in knuspriger Strudelform mit Früchtekraut. Bittermann lässt aber auch die Basics nicht außer Acht: Rezepte für eine Grießnockerlsuppe oder einen Mohnstrudel gibt es in unverfälschter, purer Form.

Fazit: Über das unnötige Pseudo-Jugendstil-Cover muss und wird man streiten. Die gelungenen Fotos sowie Adi Bittermanns Akribie, was die Rezepte betrifft, und sein Talent, Klassiker zu modernisieren, verleihen dem Buch jedoch das Prädikat „wirklich empfehlenswert“.

Rezepte im PDF Format:
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Weiterführende Links: Wein & Wellness

Adi Bittermann, Renate Wagner-Wittula:
Die Wiener Küche

416 Seiten, Pichler Verlag
35 Euro

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