EU erhöht Verstrahlungshöchstgrenzen für Lebensmittel aus Japan

Während die Japaner unter den Folgen der verheerenden Atomkatastrophe leiden, fragen sich in Europa viele, ob Lebensmittel, die aus Japan eingeführt werden, sicher sind. Die EU hat die passende Antwort: Nicht etwa einen kompletten Importstopp aus der betreffenden Region, wie ihn andere Staaten, darunter auch die USA, bereits verhängt haben. Nein! Vielmehr hat die EU per Eilverordnung soeben für aus Japan importierte Lebensmittel außergewöhnlich hohe Grenzwerte festgelegt, die die bisherigen Verstrahlungshöchstgrenzen bis zum Zwanzigfachen übersteigen. Und das, ohne die Öffentlichkeit darüber zu informieren.

Wie ADHS einfach verschwindet

Kinder mit der verbreiteten Diagnose ADHS („Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom”) werden häufig mit nicht-heilenden, sondern nur symptomunterdrückenden Psychopharmaka („Ritalin”, es steht unter Verdacht, Krebs auszulösen) ruhiggestellt. Der deutsche Neurologe Gerald Hüther schickte dagegen 22 betroffene Buben in den Ferien auf die Alm. Dort melkten sie Ziegen, machten Käse und hackten Holz. Und siehe da: Die Krankheit war bald verschwunden.

Fasten oder zahlen

„Während der Fastenzeit ist es verboten, das Fleisch von warmblütigen Tieren zu essen,” hatte Pabst Gregor im Jahr 590 verkündet. Auch Milch, Butter, Käse und Eier waren tabu, und die Verbote wurden ebenso wie die Fastentage ständig ausgeweitet. Bis zum Ende des Mittelalters bestimmte die Kirche, was an einem Drittel des Jahres auf den Tisch kam.

Auch der Advent galt einst als Fastenzeit, und nur ein karges Brot aus Mehl, Hefe, Öl und Wasser war zulässig. Jedenfalls so lange, bis Mitte des 15. Jahrhunderts Sachsens Kurfürsten beim Papst lobbyierten, er möge doch zumindest Butter zulassen. Es dauerte noch Jahrzehnte, bis der Papst die Flehenden erhörte, dann ließ er sich seine Gnade allerdings bezahlen: Ein „Buttergeld” wurde fällig, dass der Kirche zufloss.

Nein sagen können

Der britische Komiker John Cleese („Monthy Python”, „Ein Fisch namens Wanda”) schlug ein 230.000 Euro schweres Angebot aus, bei der englischen Version von „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!” teilzunehmen. Begründung: Er hält die Sendung für „das Ende der westlichen Zivilisation”.

Geschmackserlebnisse, die man nicht kaufen kann

„Nichts auf der Welt kann den Genuss des Tuns erkaufen”, schreibt Ute Woltron im Vorwort zu ihrem Kochbuch. Und dieser Satz trifft es punktgenau. Wer schon einmal Hagebutten selbst gepflückt und eingekocht hat, Erdbeeren gesät und geerntet oder Veilchen kandiert hat, weiß, dass kaum etwas besser – und vor allem befriedigender – schmeckt als Selbstgepflücktes. Man lernt Lebensmittel viel mehr zu schätzen, wenn man sie nicht nur schnell aus der Kühlvitrine des Supermarkts holt, sondern ins Grüne fahren muss, die Augen offen halten und sich bücken oder strecken muss. Und sich natürlich flugs in die Küche begeben muss, um das Gesammelte zu verarbeiten. Was zum Genuss dazukommt: Es eröffnen sich neue Geschmackswelten. Wer weiß denn noch, wie Sanddorn schmeckt?

Ute Woltron ist nicht ausgebildete Gärtnerin oder Botanikerin. Sie ist Architekturkritikerin und freie Journalistin und hat das Werken in Garten, Flur und Wald als Ausgleich zur kopflastigen Arbeit entdeckt. Seit Jahren schreibt sie Kolumnen über die Lust am Anpflanzen und Verkochen, nun hat sie ihr Wissen für das Buch „99 Genüsse, die man nicht kaufen kann” zusammengefasst. Wir fügen einen 100sten Genuss dazu: jenen, Woltrons Texte zu lesen. Was sie über das aufwendige Kandieren von eingangs erwähnten Veilchen schreibt, ist ebenso amüsant, wie ihre Ausführungen zum Rhabarber informativ sind.

Das Büchlein besticht zudem durch Übersichtlichkeit: geordnet nach Jahreszeiten, was zur Abwechslung einmal bei Kräutern und Früchten wirklich Sinn macht, und eine oder zwei Doppelseiten für jede Pflanze, mit polaroidartig eingefügten Fotos. Löwenzahn samt Rezepten für -gelee und -honig wird gefolgt von Thymian mit -senf und -öl sowie Maiwipferln für Sirup (die man nun aber wirklich nicht im Supermarkt bekommt – Anmerkung für jene, die dachten, es ginge doch auch so…). Im Kapitel „Sommer” geht Kapuzinerkresse als bunter Salat den Walnüssen als schwarz eingelegten Preziosen voran, die Weiße Johannisbeere ist ebenso zu finden wie die Mirabelle.

Ute Woltron schreibt über die sommerliche Duftpelargonie, eine nicht auszurottende und wunderbar riechende Pflanze, die sogar im Innenbereich gedeiht, genauso pointiert wie über die herbstliche Kornelkirsche, auch Dirndl genannt. Schlehdorn, Mispeln und Curryblätter unter anderem repräsentieren den Winter, auch mit Daunenjacke kann man schließlich ernten gehen. Wobei – vielleicht sind Daunenjacken und Schlehdorn doch eher eine gefährliche Kombination …

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Ute Woltron:
99 Genüsse, die man nicht kaufen kann

Christian Brandstätter Verlag, 170 Seiten
25 Euro


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