Rekordjahr 2010

Im vergangenen Jahr sind bei insgesamt 950 Naturkatastrophen rund 420.000 Menschen ums Leben gekommen, Millionen verloren ihr gesamtes Hab und Gut oder ihr Zuhause, alleine in Pakistan 18 Millionen Menschen. Zu den schlimmsten Ereignissen zählten das Erdbeben in Haiti, die Waldbrände infolge der Hitzewelle in Russland mit Temperaturen von bis zu 40 Grad, Überschwemmungen in China, Pakistan und Niger sowie die Kältewelle in Peru. Die wirtschaftlichen Schäden beliefen sich auf rund 100 Milliarden Euro, im „Wirbelsturmjahr” 2005 (Katrina, Rita) waren es etwa 200 Milliarden.

Die Hurrikan-Saison ist glimpflich ausgegangen, da die meisten Stürme auf dem Meer abdrehten. Doch gemessen an der Zahl und Intensität der Stürme ist 2010 dennoch ein Rekordjahr gewesen.

Global gesehen war 2010 auch das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Weltweit wurden neue Temperaturrekorde ermittelt: Mit 53,5 Grad in Pakistan die höchste jemals in Asien gemessene Hitze, mit 37,8 Grad der höchste jemals in Moskau gemessene Wert sowie mit 45 Grad ein neuer Hitzerekord für Los Angeles.

Lügen ist out

Ehrlichkeit ist in Mode – zumindest, wenn man zahlreichen neuen Buchtiteln glaubt. Der amerikanische Psychotherapeut Brad Blanton meint in seinem Buch „Radikal ehrlich”, alle wären glücklicher, wenn wir nicht mehr lügen würden, und der US-Bestsellerautor A. J. Jacobs schreibt: „Gestehen Sie Ihrem Chef, dass Sie heimlich Pläne schmieden, Ihr eigenes Unternehmen aufzuziehen. Wenn Sie sexuelle Phantasien in Bezug auf die Schwester Ihrer Frau haben, sagen Sie es Ihrer Frau und Ihrer Schwester. Nur so gelangt man zu aufrechten Beziehungen, nur so lässt sich die Entfremdung der Moderne und die daraus resultierende Abstumpfung der Seele durchbrechen.”

Ein Journalist der Süddeutschen Zeitung hat’s versucht: Er sagte 40 Tage lang nichts als die Wahrheit, wie man im „Du sollst nicht lügen” nachlesen kann. Das Ergebnis: geprellte Rippen, Nächte auf der Couch und ein verlorener Freund …

Tränen dämpfen die Lust

Frauentränen haben anscheinend eine besondere Wirkung auf Männer, wie nun israelische Forscher in einem Experiment herausfanden: Sie führen zu einer Verminderung des Testosteronspiegels und von sexueller Erregung.

Männlichen Versuchspersonen wurden abwechselnd echte Tränen sowie Salzwasser zum Riechen vorgelegt. Mit der Nase konnten die Tester keinen Unterschied erkennen, allerdings müssen sie ihn irgendwie erkannt haben, denn physiologische Reaktionen waren messbar. Und sie beurteilten ein und dieselbe Frau auf einem Foto als sexuell deutlich weniger attraktiv, nachdem sie an ihrer Tränenflüssigkeit gerochen hatten.

Kulinarische Privataudienz

Eines sei vorausgeschickt: Wer es klar und nüchtern mag, dem wird dieses Kochbuch, das freilich nicht nur ein solches ist, wohl nicht so gut gefallen. Denn Autorin Angelika Apfelthaler lässt keines der großen Lebensthemen aus.

Sie hat vor einigen Jahren schon etabliert, was in jüngster Zeit ein Hype in gourmetlastigen Lifestylemedien war: ein privates Restaurant. Angelika Apfelthaler kocht am Rande von Wien im Erdgeschoß ihres Einfamilienhauses. Was „The Dining Room” aber von den boomenden Guerilla-Lokalen zwischen Seattle und Berlin unterscheidet, ist die Beständigkeit. Bis zu zwölf Gäste finden in ihrem kleinen Restaurant mit offener Küche Platz, vier bis fünf Tische bewirtet Frau Apfelthaler an Mittwochen, Freitagen und Samstagen. Dass bald nach der Eröffnung die New York Times dem Konzept einen größeren Artikel widmete, war dem Erfolg nicht unbedingt abträglich: Die Abende sind regelmäßig ausreserviert.

In diesem Kochbuch sind nicht nur bewährte Rezepte ihrer stets sechsgängigen Menüs zu finden, sondern auch viel Persönliches: Krankheit und Tod ihres eine Generation älteren Mannes, des Filmemachers Herbert Apfelthaler, ihre kulinarische Entwicklung, ihr Traum vom eigenen kleinen Restaurant und schließlich die Verwirklichung dieses Traumes.

Durch ihre Reisen ist die Köchin und Autorin mediterran geprägt, was sich nicht nur in der Einrichtung – mit Terrakotta, Mosaikfliesen oder maghrebinisch angehauchten Laternen –, sondern auch in der Küchenlinie niederschlägt.

Aus dem Piemont stammt die Idee, Eierschwammerl mit Pfirsichen zu kombinieren, von Angelika Apfelthaler jene, das Ganze dann in einem Blätterteigtöpfchen zu servieren. Aus der Toskana stammt die Terrine von Hühnerleber und Rosmarinapfel, die Rezepte für marokkanische Briouats mit Ziegenkäse und Rosendip oder Chermoula-Seeteufel mit Salzzitrone brachte Apfelthaler von der nordafrikanischen Küste mit.

Was nicht so geübten Köchen Mut machen wird: die Tatsache, dass ohne seltsame Gelierhilfsmittel, ohne Überdrüber-Geräten gearbeitet wird. Und natürlich: dass Angelika Apfelthaler in einem Privathaus kocht. Wie wir alle. Bis auf einen Unterschied: Sie hat zwei Geschirrspüler.

Rezepte im PDF Format:
Download

Angelika Apfelthaler:
The Dining Room. Ein Haus, ein Traum, ein Restaurant

av Buch, 144 Seiten
29,90 Euro


Buch bestellen