Die schwersten Hoden

Die schwersten Hoden weltweit schleppt eine Laubheuschreckenart („Südliche Beißschrecke”), machen sie doch 14 Prozent des Körpergewichts aus (beim Menschen sind es 0,1 Prozent). Das hat Auswirkungen: In ihrem kurzen Erwachsenleben bringen es die Männchen auf bis zu 23 Partnerinnen, umgerechnet auf den Menschen entspricht das etwa mehr als 9.000 Nächten mit verschiedenen Frauen …

Das Ungeheuer von Wellness

Der Kabarettist und ehemalige Briefträger Fredi Jirkal auf Urlaub in der Therme Bad Haltsnichtaus: Von seiner Liebsten auf Kur geschickt –„du bist aggressiv, deine Chakren gehören durchgeputzt” –, erlebt er, was auch Hoteltestern von RELAX Guide nicht fremd ist: etwa den grantelnden Kellner, den unaufmerksamen Pagen oder die ungarische Rezeptionistin, die auch als Therapeutin arbeitet und mit einer Gebrauchsanleitung für die Ayurvedamassage – mit Frittieröl aus der Küche – daherkommt. Hotelgast Jirkal versucht, den Sinn von Wellness zu ergründen, was ihm nicht gelingt. Und als man ihm Shiatsu anbietet, schreckt er zurück: „Ich komme doch in friedlicher Absicht!” Jirkal gibt sein Bestes: Mal auf Schenkelklopfer-Niveau, mal unerwartet tiefgründig, oft wortverspielt, stets kurzweilig.

Alle Kabarett-Termine auf www.jirkal.at

Wer hat wann mit wem telefoniert?

Die Umsetzung der EU-Vorgaben in Holland: Eine zentrale Informationsbehörde soll eingerichtet werden, die alle Bankdaten und Kommunikationsvorgänge – auch Telefon und Internet – aller Bürger zentral registriert, so dass sämtliche Daten vielen staatlichen Stellen jederzeit ohne richterlichen Beschluss abgefragt werden können: Wer hat wann mit wem telefoniert? Wer hat an wen welche Mails verschickt? Wie viel Geld hat jemand auf seinem Bankkonto? Wer klickt welche Websites an?

Ob die Staatsschnüffler auch haften, wenn das System von Mitarbeitern missbraucht oder von Hackern geknackt wird?

Fleischloser Chic

Rolf Hiltl ist Flexitarian. „In den USA nennen sich die Hälfte der Leute schon so”, sagt der Zürcher Gastronom, „sie essen meist vegetarisch, aber nicht ausschließlich. Manchmal darf es ein ausgewähltes Stück Fleisch oder Fisch sein.” Rolf Hiltl führt im geschäftigen Viertel rund um die Bahnhofstraße in der vierten Generation das „Hiltl”, das älteste vegetarische Lokal Europas, damals mit dem schönen Namen „Vegetarierheim und Abstinenzlokal”. Heute darf man es getrost als Flagschiff der vegetarischen Küche bezeichnen: So schick ist wohl kein vergleichbares Haus, und keines bietet mehr zum Thema. Zum „Hiltl” gehört ein Restaurant, ein Take away, eine Kochschule, eine Bar, ein Club …, alles an einem Ort. Fleisch hat Hausverbot. Dafür widmet man sich der vegetarischen Küche mit einer Bandbreite, die nicht leicht nachzumachen ist, kommen doch die Mitarbeiter aus sage und schreibe fünfzig Ländern, „wir suchen sie auch ganz bewusst danach aus, wenn ein Schweizer sich bewirbt und jemand aus einem Land, das wir noch nicht haben, hat der Schweizer das Nachsehen”, sagt Rolf Hiltl. Und dementsprechend vielfältig präsentiert sich auch das zweite „Hiltl”-Kochbuch mit dem treffenden Titel „Die Welt zu Gast”. Die indische Küche hat traditionell einen besonderen Schwerpunkt, hat doch schon Rolf Hiltls Großmutter aus Indien Gewürze und Zubereitungsarten importiert und etabliert – allen Vorbehalten seitens der damaligen Gäste zum Trotz.

In diesem Kochbuch finden sich, in Kapitel wie „Gemüse und Pilze” oder „Tofu und Co” geordnet, Rezepte wie indisches Jalfrezi, ein Gemüseeintopf oder südindisches Black Curry, aber auch Mediterranes wie Gorgonzola-Zucchetti, kalte Melonensuppe oder Feta-Safran-Artischocken. Die Schweizer Wurzeln vergisst Rolf Hiltl dabei nicht, seine „Schoggi-Mousse” ist klarerweise auch vertreten. Stammt ein Rezept von der Familie eines Mitarbeiters, steht das auch dabei: etwa beim Berberitzen-Pilaf von Ana aus Persien. Hohen Stellenwert im „Hiltl” haben selbstgemachte Säfte und andere Getränke, und auch sie finden sich im Kochbuch: etwa der Lychee-Mandarinen-Saft oder der sündige Honeymoon mit Baileys, Espresso und Vanilleeis. Vegetarische Küche kann nämlich auch sinnlich sein.

Rezepte im PDF Format:
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Rolf Hiltl: Orell Füssli, 176 Seiten 44 Euro


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