Pille verwirrt

Wenn Frauen nicht die Pille nehmen, senden sie um den Eisprung herum verlockende Signale, die von Männern wahrgenommen werden, diese geben dann beispielsweise Animiermädchen in Bars höhere Trinkgelder. Die Pille – sie unterdrückt den Eisprung, indem sie dem Körper vorgaukelt, er sei schwanger – vernichtet den Effekt. Eine Forscherin der Duke University in North Carolina hat nun herausgefunden, dass die Pille den individuellen Köpergeruch zum Verschwinden bringt und Verwirrung stiftet, zumindest bei Affen: Weibchen mit Pille riechen alle gleich. Damit verschwindet auch die Information darüber, mit wem sie wie verwandt sind und welchen Status sie haben. Das macht diese Weibchen für Männchen sexuell unattraktiv. Außerdem ist eine erhöhte Aggressivität unter den Tieren aufgefallen. Das kennt man beim Menschen nicht – aber vielleicht hat man bisher nur nicht darauf geachtet, denn was soll die Pille auch mit Aggression zu tun haben? Jedenfalls verändert die Pille das Sozialverhalten entscheidend. „Man muss sich fragen, ob das bei Menschen auch so sein könnte”, resümiert die Forscherin.

Bekommen wir Kirchensteuer zurück?

Neue Moscheen werden nun gefordert, und zwar erkennbare, also solche mit Kuppeln und Minaretten. Angesichts der misslichen Lage der römisch-katholischen Kirche (Mitgliederschwund, leere Gotteshäuser, hochgradig akuter Personalmangel, Entschädigungszahlungen für Missbrauchsopfer) drängen sich unweigerlich Fragen auf: Was soll mit den vielen leer stehenden Kirchen geschehen? Werden sie verkauft, vermietet, gegen Entgelt zu Moscheen „umgeweiht”? Ist es aus religiöser Sicht akzeptabel, wenn man sie in eine Jugendherberge umwandelt – wie in Berlin-Kreuzberg –, in eine Sparkasse – wie in Milow (Mecklenburg-Vorpommern), in ein Restaurant – wie in Bielefeld –, in eine Sporthalle – wie in Amsterdam –, in einen Supermarkt – wie in Helmond (Niederlande) oder gar in eine Disco – wie in Manhattan? Und: Erhalten wir dann etwas von der Kirchensteuer zurück?

Kunst in der Küche

Zunächst ist man beim schnellen Durchblättern ein bisschen verwirrt: Denn selbst mit dem Wissen, dass es sich beim vorliegenden Buch um ein Kunst-Kochbuch handelt, würde man sich passendere Rezept-Bild-Kombinationen erwarten als eine gemalte Frau an einer Amsterdamer Gracht neben Birnenchutney oder Singvögelchen auf eisblauem Grund neben Sauerkraut mit marokkanischer Note.

Es ging beim Buchprojekt „Arte in Cucina” aber nicht vorrangig darum, Rezepte mit passenden Kunstwerken zu illustrieren oder umgekehrt – wie es die Ausstellung „Augenschmaus” in Wien unlängst tat – Rezepte zu Gemälden zu kreieren. Vielmehr wollte die niederländische Galeristin Wiebke van der Scheer einfach ein schönes Buch gestalten, in dem Bilder ihrer Galerie Artacasa genauso ihren Platz haben wie Rezepte aus dem Freundeskreis und der Familie. Ganz beliebig ist die Zusammenstellung freilich auch wieder nicht, in manchen Fällen fügt sich alles doch ziemlich logisch aneinander: etwa wenn ein Rotkehlchen mit rot-weißer Brust ein Rezept für Erdbeer-Quark-Torte illustriert. Wenn Scones, das klassische englische Teegebäck, neben gemalten Teekannen platziert wurden. Oder wenn ein Rezept für Zabaione mit ihrer durchaus schweißtreibenden Zubereitung neben einer Zeichnung einer resoluten Mamma mit drohend erhobenem Schneebesen steht.

Die Bilder sind sowohl was die Urheber betrifft als auch in Sachen Bildsprache ziemlich weiblich gehalten, die Rezepte aber durchaus geschlechtsneutral, wenn man so will: Tomatenhuhn mit Oliven, indonesische Hackfleischbällchen, Garnelen mit Avocadomousse, Rhabarberkompott oder Karottenkuchen mit Walnüssen. Man sieht schon, die eher banalen Rezepte sind nicht unbedingt Auslöser für den Kauf des Buches. Sondern die gesamte Gestaltung ist es wert: Die Graphikdesignerin Margré Mijer hat Rezepte und Bilder mit Illustrationen und handgemalter Schrift zu einem wirklich hübschen Kompendium verbunden. Interessant auch zu lesen, was Künstler und Künstlerinnen über das Kochen und das Malen zu sagen haben; jedem Rezept ist ein Spruch beigestellt. Aline E. Jansma etwa sagt: „Manchmal ist man kurz davor, etwas wegzuwerfen. Später stellt sich heraus, dass es vorzüglich gelungen ist.” Spricht da die Künstlerin oder die Hobbyköchin? Man weiß es nicht, so gut passt die Aussage zu beiden Disziplinen. Oder Elisabeth Jonkers: „Malen ist wie die Zubereitung eines Gerichts, bei dem man das Rezept noch beim Kochen erfinden muss.” Wunderbar, wie Sanne Kuiper sowohl ihr Bild von einem Liebespaar als auch ihr Canneloni-Rezept in einem Guss zu kommentieren weiß: „Ich male Menschen gern al dente.”


Rezepte im PDF Format:
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Wiebke van der Scheer, Margré Mijer:
Arte in Cucina

Gerstenberg Verlag, 160 Seiten
19,95 Euro


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