Die Cholesterin-Lüge

Lange Jahre dauerte die Cholesterin-Hysterie, und bis heute machen sich viele verrück, wenn es um cholesterinhältige Nahrungsmittel geht. Doch nicht einmal der wöchentliche Verzehr von 24 Eiern erhöht den Cholesterinspiegel, wie Forscher der Universität Missouri-Columbia nun herausgefunden haben.

Cholesterin ist ein lebenswichtiges Molekül, das der Körper selbst in großen Mengen fabriziert. Der Körper enthält rund 140 Gramm Cholesterin, das zu 90 Prozent selbst hergestellt wurde. Täglich werden ein bis zwei Gramm neu gebildet, durch Nahrungsmittelzufuhr kann man höchstens ein halbes Gramm aufnehmen.

Manche Forscher sind der Meinung, dass die Einnahme von Cholesterinsenkern und eine fettarme Ernährung für gesunde Menschen sinnlos sind. Ancel Keys, der renommierte amerikanische „Cholesterin-Wissenschafter“: „Es gibt absolut keine Verbindung zwischen Cholesterin im Essen und Cholesterin im Blut. Und das haben wir immer gewusst.“

Bunt, schön, tödlich: „Plastic Planet“

Eine Art unterhaltsamer Katastrophenfilm ist die neue Kino-Doku des österreichischen Regisseurs Werner Boote. Er zeigt, dass Plastik zu einer globalen Bedrohung geworden ist: Plastikmüllberge in Wüsten und Meeren, krebserregende Stoffe in Getränkeflaschen, Bisphenol A in Babyschnullern. Weichmacher, die unser Hormonsystem und unsere Gesundheit schädigen. Kunststoffe können bis zu 500 Jahre „überleben“. Wussten Sie, dass Sie Plastik im Blut haben?

„Plastic Planet“ zeigt die Schattenseiten, die eine Industrie mit 800 Milliarden Dollar Jahresumsatz und 240 Millionen Tonnen Jahresproduktion wohlweislich verschweigt. Plastik ist heute immer und überall. In der Wüste und in der Tiefsee, in unseren Wohnungen und sogar in unseren Körpern. Was es dort anrichtet, sollte zu denken geben. Ein Film für alle, die an ihre Kindeskinder denken. Zum Weiterlesen: www.plastic-planet.at

Die Küchen der Welt in einer Stadt: Paris

„Begleiten Sie mich durch mein Paris!“, schreibt Danyel Couet zum Auftakt seines Paris-Kochbuchs, erschienen im Gerstenberg-Verlag. Wir nehmen seine Aufforderung nur allzu gerne an. Denn was Couet den Lesern auf seinen Streifzügen durch Frankreichs Hauptstadt näher bringt, ist unglaublich unmittelbar und authentisch und doch so fremd, dass man die Stadt nicht wiedererkennt.  „Kulinarische Weltreise durch die Quartiere“ lautet der Untertitel. Und so teilt Couet das Buch in Kapitel wie „La Goutte d’Or, das afrikanische Viertel“, „Barbès, das arabische Viertel“, „La Chapelle, das indische Viertel“, oder „Le Marais, das jüdische Viertel“. Aber auch die Bistros und die Straßenmärkte sind eigens zusammengefasst.

Das Buch ist graphisch so wunderbar gestaltet, dass man sich nicht sattsehen kann. Ein abgerissenes Stück eines afrikanischen Lebensmitteletiketts blickt einem bunten Stapel gewürzter Kartoffelchips entgegen – nach afrikanischer Art gemischt: Maniok, blaue Kartoffel, zweierlei Süßkartoffel. Ein Etikett einer arabischen Teeverpackung ziert das Minzteerezept im arabischen Kapitel. Wunderbare Fotos von kleinen Lebensmittelgeschäften und lebendige Aufnahmen des Bistroalltags wechseln sich mit sinnlichen Rezeptfotos ab. Die Verve, die die Einwandererviertel ausstrahlen, werden mit diesen Paris-Kochbuch höchst plastisch abgebildet. Im Araberviertel begegnen wir einer Enten-Tajine mit Melone, im Marais laben wir uns an Chremslach, jüdischen Kartoffelküchlein, in den diversen Bistros machen wir bei einer Quiche Lorraine oder der berühmten Zwiebelsuppe Halt und im indischen Viertel lassen wir uns von Curryduft überwältigen und tunken Chapati-Brot in Linsencurry. Und zu guter Letzt feilschen wir mit Marktfrauen auf Straßenständen um eingelegte Sardinen, Oliven und Gewürze. Freilich nur mittels Kochbuch, aber hautnah. Ein Muss in diesem Herbst!


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Danyel Couet:
Das Paris-Kochbuch. Kulinarische Weltreise durch die Quartiere.
Gerstenberg, 264 Seiten
25,60 Euro


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