Käse-Imitate im Vormarsch

Er sieht aus wie Käse, ist aber keiner: Kunstkäse ist im Vormarsch. Eine billige, aber raffinierte Mischung aus Wasser, Bakterieneiweiß, Stärke, Pflanzenöl, Emulgatoren, Aromen, Farbstoffen und Geschmacksverstärkern. Durch entsprechende Chemie wird sogar ein Gaumenerlebnis vorgetäuscht, das von jenem von echtem Käse nicht mehr zu unterscheiden ist. Bereits 100.000 Tonnen Kunstkäse werden jährlich in Deutschland erzeugt – allein im Mecklenburgischen Schmelzkäsewerk Hoffman macht der Kunstkäse schon ein Drittel der Produktion aus –, in Österreich sind es 10.000 Tonnen jährlich. Kein Wunder also, dass immer mehr Milchbauern zusperren müssen.

Eine Kennzeichnungspflicht für Kunstkäse existiert nicht, die Politik hat aber kein Interesse am Abstellen des Verbraucherbetrugs: Vor wenigen Tagen ist ein Antrag auf Kennzeichnungspflicht vom Parlament (mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP) abgelehnt worden. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat mittlerweile eine kleine Liste mit Lebensmitteln veröffentlicht, die Kunstkäse enthalten (www.vzhh.de).

Weiblich, erfolgreich sucht …

Veronika ist attraktiv, bestens ausgebildet und beruflich sehr erfolgreich. Sie weiß, was sie will und bekommt es auch. Alles ist da, nur der richtige Lebenspartner nicht. Veronika ist kein Einzelfall: Gebildete und erfolgreiche Frauen zwischen 30 und 45 haben es schwer, einen Partner zu finden. Während Intelligenz und Karriere Männer attraktiver machen, scheint bei Frauen das Gegenteil zu gelten. Fast zwei Drittel der Frauen in Führungspositionen sind entweder geschieden oder Single. 40 Prozent der Uni-Absolventinnen bleiben heute kinderlos.

Bei Frauen gibt es eine eindeutige Beziehung zwischen beruflichem Aufstieg und privatem Misserfolg, wie schottische Forscher herausfanden. Je höher Frauen aufsteigen und je besser sie ausgebildet sind, desto kleiner wird der Kreis potenzieller Partner. Während Männer mit steigendem Intelligenzquotienten ihre Heiratschancen vergrößern, gilt für Frauen der umgekehrte Befund: Mit einer Steigerung des Intelligenzquotienten um 16 Punkte sinken die Chancen, einen festen Partner zu finden, um 40 Prozent.

Frauen kontaktieren mit Vorliebe Männer mit höherem oder gleichem Bildungsniveau, Männer hingegen orientieren sich gern nach unten, frei nach dem Motto „Lieber ein bisserl dümmer, dafür aber viel jünger.“ Die überwiegende Anzahl der Akademiker verbindet sich abwärts: der Arzt mit der Krankenschwester, der Chef mit der Sekretärin. Umgekehrt ist eine Ärztin, die sich einen Pfleger anlacht, so selten wie ein ehrlicher Politiker.

Und daher bleiben heute im Singe-Reigen die gebildeten Frauen und die weniger qualifizierten Männer sitzen. Die Chance, dass sie sich ineinander verlieben, ist etwa gleich null. Es ist paradox und die Kehrseite der Emanzipation: Frauen dürfen heute alles, was ihren Großmüttern noch verwehrt blieb. Doch gerade das, worauf sie heute nicht mehr angewiesen sind, fehlt ihnen: ein Mann, eine Familie.

Kulinarische Weltmacht

Eins ist klar: Ohne Gewürze geht es nicht. Deswegen beginnt dieses Buch zur vegetarischen Küche Indiens auch mit einem kleinen Gewürzregister. Und bei nicht allen Samen, Schoten und Rinden kann man sich vorstellen, wie sie schmecken. Sicher, Muskatnuss, Safran oder Zimt sind für unsere Geschmacksknospen keine Unbekannten, aber wie sieht es mit Ajowan, Asant oder Bockshornkleesamen aus? Es zahlt sich auf jeden Fall aus, sich in einem Gewürzladen am Markt mit kleinen bunten Säckchen und einem stabilen Mörser, am besten aus Stein, einzudecken und die Küche zum Versuchslabor zu machen. Der Band „Indien. Die neue vegetarische Küche“ aus dem Zabert-Sandmann-Verlag liefert auf jeweils einer Seite Rezepte samt genauen Fotoanleitungen und Erklärungen (und den Rezeptnamen auf Indisch). Gezeigt wird etwa, wie man Samosas, die berühmten Teigtaschen, füllt und zusammenklappt. Oder wie man das Fladenbrot Paratha in mehreren Arbeitsschritten speziell falten und auswalken muss. Idealerweise bereitet man für eine Tafel möglichst viele Gerichte zu, an denen sich dann alle bedienen dürfen. Erbsenzähler darf man dann natürlich nicht einladen, versteht sich.

Manche Rezepte lesen sich gar nicht so exotisch, sondern sogar ziemlich europäisch, etwa die Spinatcremesuppe (Palak Shorba), andere wiederum machen durch ihre Machart oder ihre Zutaten höchst neugierig auf das Ergebnis. Wie die gebackenen Kartoffelplätzchen mit gewürzträchtiger Füllung (Chatpati Aloo Tikki), die frittierten Mungbohnensticks (Mast Dal Paare) oder die runden gedämpften Grießküchlein (Rawa Idli). Am verlockendsten klingen freilich die Desserts: Safran-Pistazien-Eis oder Reispudding mit Kardamom – das ist die Süße Indiens, wie sie im Buche steht.


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Vidhu Mittal:
Indien. Die neue vegetarische Küche
Zabert Sandmann, 208 Seiten
24,80 Euro


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