Leider kein Aprilscherz I

Ein 14-jähriges Mädchen wurde im US-Bundesstaat New Jersey verhaftet und in Handschellen abgeführt, weil sie 30 Nacktfotos von sich auf „My Space“ ins Internet gestellt hatte, um ihren Freund zu überraschen. Ihr droht nun eine Haftstrafe wegen Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie sowie ein Eintrag ins öffentliche Sexualstrafregister, was soviel bedeutet wie eine Zukunft ohne Job.
Es ist doch verrückt: Manche Leute dürfen ungestraft die Existenz von Millionen von Menschen zugrunde richten, aber wer sich selbst nackt fotografiert, muss ins Gefängnis. Es ist höchste Zeit, dass die Gesellschaft beginnt, über sich selbst nachzudenken.

Leider kein Aprilscherz II

Politisch korrekt: Das EU-Parlament hat ein Merkblatt für eine geschlechtsneutrale Sprache herausgebracht, nach dem unter anderem die Ausdrücke „Frau“ oder „Mann“ als sexistische Diskriminierungen verboten werden. Dasselbe gilt natürlich auch in anderen Sprachen – aus für Mister, Misses, Miss, Mademoiselle, Senora und Senorita. Darüber hinaus sollen auch Bezeichnungen wie etwa „sportsmen“, „statesmen“, „firemen“ und „air hostess“ dem Sprachgebrauch entrissen werden. Jeder Hinweis, ob es sich bei einem Menschen um einen Mann oder eine Frau handelt, gehört vollständig getilgt …

Süß, cremig, her mit dem Löffel

Gleich vorweg: Für Kalorienzähler ist dieses Buch nicht geeignet. Obwohl, zum Schaudern gereicht es vielleicht doch der einen oder anderen Schlankheitsfanatikerin. Würden die Rezepte ohne Sahne, ohne Eier auskommen, dann würde der Titel auch nicht „Lauter Lieblingsdesserts“ lauten, sondern „Leicht und fruchtig“ oder so ähnlich. Der Band versammelt nun aber die süßen Lieblingsrezepte Mitteleuropas. Oder auch nur der Autorinnen, aber dazu später.

Ob man sich eher der Creme- und Mousse-Fraktion zugehörig fühlt oder den Eisgenossen ist egal, für beide bietet dieses Nachfastenzeit-Vorbikinisaison-Buch die passenden Rezepte. Wer allerdings „trockenere“ Desserts, also solche mit höherem Teiganteil und weniger Cremigkeit, bevorzugt, wie Soufflés, Crêpes oder Strudel, kommt mit dem Buch definitiv zu kurz. Oder, anders gesagt: Die Gabel braucht man selten, ohne Löffel hingegen geht es nicht. Ob Panna Cotta, karamellisierte weiße Mokkacreme, Eierlikörcreme oder dreifarbiges Schokoladeparfait – die Vorherrschaft der Milch-Ei-Sahne-Rezepte ist unübersehbar. Gut, ab und zu leistet ein bisschen Obst den Kalorien Gesellschaft. Überraschungen bietet das Buch wenige, vielleicht am ehesten die süße Verwendung von Avocado für eine – erraten! – Creme mit Himbeeren.

Überraschungen zu bieten war aber sicher nicht das Ziel der Schweizer Autorinnen, Mutter und Tochter übrigens, die sich ein bisschen zu wenig von ihrer familiären Cremevorliebe zu distanzieren scheinen. Sondern eben ihre Lieblingsdessertrezepte zu versammeln und in einem Kompendium zu präsentieren. Übung gelungen, Ergebnis allerdings nicht für alle ganz zufriedenstellend.


Rezepte im PDF Format:
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Annemarie Wildeisen, Florina Manz:
Lauter Lieblingsdesserts
AT Verlag, 223 Seiten
29,90 Euro

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