Dumm, aber korrekt

„Ladies“ und „Gents“, „Damen“ und „Herren“ als Bezeichnungen für Toiletten gibt es nicht mehr, zumindest an der Universität Manchester. Transsexuelle Studenten hatten sich durch diese Schilder diskriminiert gefühlt und eine neue Beschilderung verlangt – mit Erfolg.

Ab sofort heißen die Örtlichkeiten daher nun politisch korrekt „Toilette“ und „Toilette mit Urinal“, und zwar nicht nur für transsexuelle oder transidentische (wer oder was das sein soll, ist unbekannt, wir wollen es eigentlich aber auch gar nicht wissen) Studierende, sondern für alle. Fragt sich also bloß, wann echtfeminine (oder „femininidente“) Studierende, also sozusagen Studentinnen im herkömmlichen Sinn, beginnen, sich durch diese Regelung diskriminiert zu fühlen …

Wirtschaftskrisen-Humor

Kurt Tucholsky, einer der größten Journalisten und Spötter deutscher Zunge, hat 1931, auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise, mit seinem „Kurzen Abriss der Nationalökonomie“ dem Galgenhumor ein schönes Denkmal gesetzt. Daraus unsere Top Ten:

1. Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben. Die Grundlage aller Nationalökonomie ist das Geld.

2. Geld: Woher es kommt, ist unbekannt. Es ist eben da bzw. nicht da – meist nicht da.

3. Lohn: Dass ein Arbeiter für seine Arbeit auch einen Lohn haben muss, ist eine Theorie, die heute allgemein fallen gelassen wurde.

4. Wohlstand: Der Wohlstand eines Landes basiert auf seiner aktiven und passiven Handelsbilanz, auf seinen inneren und äußeren Anleihen sowie auf dem Unterschied zwischen dem Giro des Wechselagios und dem Zinsfuß der Lombardkredite; bei Regenwetter ist das umgekehrt.

5. Kreditsystem ist das, worauf jede Wirtschaft beruht: auf der irrtümlichen Annahme, der andere werde gepumptes Geld zurückzahlen.

6. Export ist, wenn die anderen kaufen sollen, was wir nicht kaufen können.

7. Bilanz nennt man die Zusammenstellung jener Ausreden, die erklären, warum eine Aktiengesellschaft keine Steuern zahlt.

8. Börse: Schreien die Leute auf der Börse außergewöhnlich viel, so nennt man das: „Die Börse ist fest.“ In diesem Fall kommt – am nächsten Tag – das Publikum gelaufen und engagiert sich, nachdem bereits das Beste wegverdient ist.

9. Pleiten erkennt man daran, dass die Bevölkerung aufgefordert wird, Vertrauen zu haben. Weiter hat sie ja dann auch meist nichts mehr.

10. Ernst der Lage nennt man es, wenn die Unternehmer alles Geld im Ausland untergebracht haben.

Die wunderbare Leichtigkeit des Seins

Ein Fastenratgeber als Kochbuch? Das ist kein wirtschaftskriseninspirierter Gag nach dem Motto „wenig essen spart bares Geld“, sondern eine nach den winterlichen Völlermonaten durchaus sinnvolle Empfehlung, wie wir meinen. Denn ohne die richtigen Rezepte keine Effekte, ohne fundierte Anleitungen keine Ergebnisse. Fasten ist schließlich mehr als bloßes Kaum-was- oder Gar-Nichts-Essen, mehr als „ach, dann ess ich halt einmal nur Salat“. Und Genuss folgt auch diesem Buch – wenn auch in anderer Form als bei üblichen Kochbüchern: nämlich als körperliche und geistige Leichtigkeit, als pure Energie.
Das Buch „Fasten – Auszeit für Körper, Geist und Seele“ aus dem für seine Ratgeber bekannten GU-Verlag begleitet ausführlich durch die einzelnen Tage einer Fastenwoche – eine übersichtliche und logische Gliederung. Wie der Körper auf die kontrolliert gedrosselte Nahrungszufuhr reagiert und wie man Darm und Stoffwechsel unterstützen muss, beschreiben eine Fastentrainerin und ein Fastenarzt. Sie erklären, was Haut, Leber, Lunge oder Blutdruck „durchmachen“, aber auch, wie man mit den körperlichen und seelischen Veränderungen während der Fastenzeit umgehen sollte. Mit Ideen für verschiedene Übungen wie Abklopfen, Einölen oder Musikmeditation regen die Autoren die sinnvolle Füllung der durch den Verzicht auf langes Kochen gewonnenen Mehrzeit an. Denn die Fastensuppen, die es in vier Jahreszeitenversionen gibt, sind schnell und unkompliziert zuzubereiten. Die Rezepte für die Nachfastenzeit sollen schlussendlich die Rückkehr in alte Ernährungsmuster verhindern, dank der tatkräftigen Unterstützung von Avocado-Salsa, Orangen-Kürbis-Suppe oder Erdbeer-Tiramisu dürfte es dieses Anliegen gar nicht so schwer haben …


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Ulrike Borovnyak, Eduard Pesina:
Fasten
Auszeit für Körper, Geist und Seele

GU-Verlag, 192 Seiten
20,50 Euro

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