Zwei gute Nachrichten für 2009

Dumme Politiker sind keine Spezialität der USA, aber so selbstherrlich, herablassend und wirklichkeitsfern, kurzum so dumm wie George W. Bush hat sich kein US-Präsident jemals gebärdet. Am 20. Jänner geht Bush nun. Endlich.
Die zweite gute Nachricht für das Neue Jahr: Die Gefahr, von windigen Anlageberatern mit todsicheren Börsentipps belästigt zu werden, ist ab sofort äußerst gering.

Giftige Birnen

Ab 1. September sind herkömmliche Glühbirnen EU-weit verboten. Doch die Energiesparlampen, die uns Brüssel nun verordnet, strahlen nicht nur ein unangenehmes, unnatürliches Licht aus, sondern erzeugen auch Stress. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass dieses Licht hormonelle Störungen, Schwindel und neurologische Probleme auslöst. Außerdem verbrauchen Energiesparlampen unter dem Strich deutlich mehr Energie als herkömmliche Birnen.
Und sie sind hoch giftig, enthalten sie doch bis zu fünf Milligramm Quecksilber. Schon ein Milligramm reicht aus, um 5.300 Liter Trinkwasser zu verseuchen. Das Einatmen von Quecksilberdämpfen führt bereits in kleinsten Dosen (0,1 bis 1 mg täglich) zu chronischen Vergiftungen, da 80 Prozent des eingeatmeten Quecksilbers im Körper gespeichert werden. Da 90 Prozent aller Energiesparlampen im Hausmüll landen und die Müllverbrennungsanlagen Quecksilber nicht herausfiltern können, entweicht alles in die Natur …
Bleibt – zumindest – eine Frage offen: Wie weit geht der Unfug noch? Wann schreibt uns die EU vor, welche Kühlschränke, welche Heizung oder welche Unterwäsche wir zu verwenden haben?

Fitnesstraining für den Kopf

Immer mehr Menschen meditieren. Was Wunder, wenn sich neuerdings auch die Wissenschaft für die jahrtausendealten Achtsamkeitsübungen aus Asien interessiert. Mehr als 20 wissenschaftliche Studien mit insgesamt 1.600 Versuchspersonen gibt es bereits, Meditation hat sich dabei vielfach als wirksam erwiesen: unter anderem bei chronischem Schmerz, bei Ängsten, Stresserkrankungen und Depressionen; auch positive Effekte auf das Immunsystem wurden nachgewiesen.
An der Harvard Medical School in Boston (USA) wurde vor kurzem entdeckt, dass Menschen, die regelmäßig meditieren, eine dickere Hirnrinde aufweisen. Vor allem in den für Aufmerksamkeit und Sinnesverarbeitung zuständigen Hirnarealen wiesen die Forscher auch größere Blutgefäße und sowie eine höhere Anzahl neuronaler Verschaltungen nach. Bei älteren Versuchsteilnehmern waren die Unterschiede besonders deutlich, daher nimmt man an, dass regelmäßiges Meditieren der Ausdünnung der Hirnrinde im Alter entgegenwirkt.
Ein Problem bei der weiteren Erforschung: Echte Meditationsprofis sind rar. Die Mönche des Dalai Lama etwa sind daher von der Wissenschaft ständig ausgebucht …

Schnelle Erfolgserlebnisse

Einfache Rezepte mit unkomplizierten Zutaten zu vermitteln – mit diesem Ziel schrieb Annabel Langbein, in Neuseeland längst ein Kochbuchstar, ihr Buch „Easy Cooking“, das sich übrigens mit dem „Gourmand World Cookbook Award“ für einfache Rezepte schmücken darf. „Ein gutes Rezept sollte wie eine Straßenkarte sein, die leicht zu lesen ist“, sagt die leidenschaftliche Köchin, kleine Abwege in die eine oder andere Richtung oder Abkürzungen inklusive. Das Buch, erschienen bei Gerstenberg, beginnt mit „10 Schritten zum Erfolg“. Hier listet Langbein auf, was für unkompliziertes Kochen, auch für Gäste, notwendig ist. Dabei schreckt sie nicht davor zurück, ihren Lesern und Leserinnen Fertigprodukte wie Würzpasten oder Fertigteige ans Herz zu legen – durchaus zu Recht, meinen wir, wenn man solche Produkte auswählt, die möglichst wenige künstliche Farb- und Aromastoffe enthalten. Und ganz ehrlich: Auch wenn bei einigen anderen Kochbüchern, die sich an ein fortgeschritteneres oder ehrgeizigeres Klientel wenden, angegeben wird, wie man Blätterteig selbst fabrizieren kann – diese Arbeit tut sich doch kaum jemand mehr an. Geradliniger ist also sicher Langbeins Weg, Hobbyköchen mit wenig Zeit zu zeigen, wie Kochen einfacher wird.
Wie in vielen Kochbüchern findet sich auch in „Easy Cooking“ eine Liste mit ausgewählten Zutaten, die laut Autorin in jeden Haushalt gehören: etwa frischer Ingwer, Kichererbsen aus der Dose, Sojasauce oder Kapern. Die Rezepte sind in Kapitel wie „Leichte warme Mahlzeiten“, „Pikante Pies, Tartes & Quiches“ oder „Einfache Braten“ gegliedert, ihnen beigestellt sind Tipps für Variationen, etwa verschiedene Dressingideen für ein und denselben Salat, sowie für „Zusatzfeatures“ wie ein Blätterteigdeckel für eine Tomatensuppe.
Manchen mögen die Rezepte vielleicht gar zu einfach oder unspektakulär erscheinen, fortgeschrittene Köche sind aber auch nicht wirklich Langbeins Zielgruppe. Anfänger oder „Selten-Köche“ werden mit Gerichten wie marokkanischem Linseneintopf, knusprigen Hähnchenfleischrollen oder Ziegenkäsetarte mit karamellisierten Zwiebeln bei Gästen aber durchaus Eindruck schinden, ohne allzu viel zeitlichen und nervlichen Aufwand. Und wenn das gelingt, hat Langbein ihr Ziel erreicht.


Rezepte im PDF Format:

Download

Annabel Langbein:
Easy Cooking
Gerstenberg, 224 Seiten
24,90 Euro

Buch bestellen