Verheerende Shrimps

Das Shrimps-Business führt zu einer rasend schnellen Vernichtung der tropischen Mangrovenwälder: Seit Anfang der 70er-Jahre ist die Gesamtfläche auf die Hälfte geschrumpft. Hauptgrund ist eine international agierende Industrie, die, unterstützt mit Milliardenkrediten der Weltbank und der FAO, riesige Becken anlegt, in denen Shrimps zu Millionen gezüchtet werden. Zusammen mit den verfütterten Antibiotika und anderen Chemikalien bilden die Fäkalien der auf engsten Raum zusammengepferchten Tiere einen giftigen Cocktail, der sich im Schlamm absetzt.

Da die künstlichen Teiche deshalb nach wenigen Jahren verseucht sind, muss ständig neuer Mangrovenwald abgeholzt werden – alleine auf den Philippinen werden 39 km2 pro Tag vernichtet. Doch die Farmbetreiber ziehen einfach ein Stück weiter. Dadurch werden nicht nur klimatisch wichtige Feuchtgebiete zerstört, sondern auch die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung, meist Bauern und Fischer. Sie werden verdrängt – durch die Gewalt der ausländischen Investoren oder durch Umweltschäden.

Das Lachen verlernt

Kinder tun es noch 400 mal täglich, Erwachsene dagegen kommen nur auf 15 Lacher pro Tag. Das dauert knapp sechs Minuten – nur mehr ein Drittel jener Zeit, die man im Durchschnitt noch vor 40 Jahren gelacht hat.

Dabei wäre Lachen so eine Form von Wellness. Denn es ist nicht nur gut für die Psyche, sondern auch für die Figur: Zehn bis 15 Minuten herzhaftes Lachen am Tag bringen einen Gewichtsverlust von durchschnittlich zwei Kilogramm pro Jahr. Der Energieaufwand ist enorm, drei Minuten Lachen entsprechen 15 Minuten Jogging.

Außerdem hilft Lachen auch gegen Verstopfung: Wenn das Zwerchfell hüpft, werden Magen und Darm gut durchgeknetet, das fördert die Verdauung. Allerdings: Man muss „echt“ lachen – die Wirkung von gekünsteltem Gelächter ist gering.

Der neueste Trend

Die Trendforscher haben ausgedient: Wegen nicht erfüllter Versprechen wird diese Zunft von Wirtschaft und Politik immer weniger nachgefragt. Denn zu viele Trendforscher liefern zu viele Aussagen, das vernebelt den Blick. Die Zukunft verliert an Kontur und wird unbeschreibbar.
Doch nicht nur die Prognosen sind ungenau, bereits die Gegenwart bereitet den meisten Forschern zunehmend Schwierigkeiten. Es gibt nicht mehr nur eine Moderne, sondern Hunderte von parallel auftretenden Phänomenen, die einander zudem noch häufig widersprechen.

Längst sind im Internet Trend-Reports aus aller Welt zu haben – kostenlos. Oder, für einen kleinen Aufpreis, als fertige Powerpoint-Präsentation zum Herunterladen. Der Marktführer Trendwatching.com zum Beispiel bietet wochenfrische Newsletter, vollgepackt mit Bildern und den üblichen Wort-Kombis wie „Youniversal Branding“, „Trysumers“ oder „Curated Consumption“.

Die Formel war simpel: Man kombiniert zwei bekannte Begriffe so miteinander, dass sie einen semantischen Bastard bilden. Wenn das Wort irgendwie plausibel erscheint, war das schon was. Ein Trend eben. So gibt es „Ich-AGs“, „Schwarmintelligenzen“, „Health-Styles“ und neuerdings sogar den „Karma-Kapitalismus“.

Das meiste eignet sich vielleicht für den Abwurf von beeindruckend coolen Trendbomben in Meetings und Gesprächen, hat aber mit dem Report von Zukunft nicht viel gemeinsam. Ein schönes Beispiel sind die „Silverkids“, also die Generation 55plus, die Trendforscher knapp nach der Jahrtausendschwelle als starke Zielgruppe für den Wellnesstourismus des kommenden Jahrzehnts zu erkannt zu haben glaubten. Die Wirklichkeit sah völlig anders aus: Die „Wellnesser“ wurden und werden immer jünger.

Fazit: Die Zukunft verabschiedet sich aus der Trendforschung. Und sogar der Erfinder der „Megatrends“ – darunter Globalisierung, Individualisierung, Urbanisierung –, John Naisbitt, empfiehlt in seinem neuen Buch „Mind Set!“ das Kuscheln mit der Gegenwart: „Eilen Sie der Parade nicht so weit voraus, dass die Menschen nicht mehr erkennen, dass Sie dazugehören.“

Schritt für Schritt

Gehören auch Sie zu den Menschen, die mit Kochbüchern ohne Bilder nicht viel anfangen können? Die, obwohl vielleicht durchaus geübt, angesichts eines Rezeptes für Lamm-Trauben-Tajine oder Italienische Trifle ziemlich mutlos vor den aufgeschlagenen Seiten stehen? Gerade Hobbyköche wollen das Endergebnis sehen, um abschätzen zu können, wie dick etwa eine Masse geschichtet werden soll oder wie die Zutaten geschnitten werden müssen. Und nicht alle Bücher mit Bildern sind nützlich: Die moderne Food-Fotografie macht vielen Präzisionswütigen einen Strich durch die Rechnung: Oft ist derzeit auf Fotos von Gerichten nur ein Teil des Bildes in voller Schärfe zu sehen, andere Elemente wie die Beilagen zu einem Kotelett oder die Kruste eines Auflaufs verschwimmen hingegen, Resultat eines konsumentenfernen, allzu selbstverliebt-lässigen Fotografenselbstverständnisses.

Ein neues Kochbuch zeigt nun nicht nur die Endergebnisse eines Rezepts, sondern bildet wie in einer Lego-Bauanleitung alle Schritte ab – und das bei jedem Rezept und in revolutionärer Deutlichkeit. Die gewählte Vogelperspektive, und zwar wirklich exakt von oben, nicht von schräg oben, macht nicht nur die einzelnen Handgriffe sichtbar, sondern zeigt auch, wie ästhetisch die versammelten Zutaten für ein Gericht eigentlich sind. Für die Minestrone zum Beispiel wurden Gemüse wie Zucchini, Kartoffeln, bunte Cocktailparadeiser oder weiße Bohnen in einem strengen und übersichtlichen Raster auf neutralem Untergrund aufgelegt. Die Bilder daneben zeigen die einzelnen Schritte des Schneidens, Unterrührens und Köchelns bis hin zur fertigen Suppe. Praktisch ist diese Baukastenanleitung besonders bei Rezepten, bei denen man sich immer ein bisschen schwer tut: bei Saucen wie Mayonnaise, bei einer Creme brulée oder Schneeeiern mit Karamell – alles im Grunde simple Gerichte auf Basis weniger Zutaten, in der Ausführung aber heikel und fehleranfällig. Seitenzahlen gibt es in diesem Buch übrigens nicht, lediglich die Rezepte sind nummeriert. Nach demselben Muster gibt es auch das Buch „Backen nach Bildern“. Weitere Rezepte in Auswahl: Pissaladiére, ein korsischer Zwiebelkuchen, Dal mit roten Linsen, Himbeer-Clafoutis oder Schokoladen-Birnen-Tarte.

Fazit: Statt malerisch drapierter Geschirrtücher mit Olivenprint und anderer unnötiger Provence-Deko neben einer unscharf abgebildeten Quiche, um nur ein Beispiel zu nennen, besticht dieses Buch mit Food-Fotografie, die Sinn macht. Nebenbei wird gezeigt, wie schön Lebensmittel in ihrem Rohzustand sind und wie spannend die Chemie des Kochens ist – von grüngoldenem Olivenöl, Ei und wenigen Würzzutaten zur fertigen Mayonnaise.

Rezepte (im PDF Format):
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Keda Black, Frédérik Lucano (Fotos):
Kochen nach Bildern

83 Rezepte Schritt für Schritt
Christian Verlag
19,95 Euro


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