Blühender Unfug – um unser Steuergeld

Zum vierten Mal innerhalb von nur 13 Jahren gibt es nun in Österreich neue Reisepässe: Ab 2009 kommen nun auch die Fingerabdrücke – sogar auch von Kindern – in den Pass! Und in eine eigene Datenbank. Hat die staatliche Verwaltung zuviel Geld? Haben wir keine größeren Probleme? Und gesteht man uns Staatsbürgern überhaupt noch einen Rest von Würde zu? Schließlich hieße es doch: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Aber jetzt werden wir alle wie Verbrecher behandelt, nämlich „erkennungsdienstlich“, wie es auf kriminalhochdeutsch so schön heißt.

Dazu kommt, dass die sündteure Datenbank völlig sinnlos ist. Wenn es einen einzigen Nutzen davon gibt, dann haben ihn bestenfalls drei Gruppen. Erstens, aber wohl nur vermeintlich, gewisse Politiker, die sich – wieder einmal – mit einer Aktion im Kampf gegen das Verbrechen schmücken können, wobei es ihnen gar nicht auffällt, wie skurril und abgehoben das ist. Zweitens die Scanner-Industrie – ein fettes Auftragsvolumen winkt – und drittens die Handschuhhersteller. Denn niemand, der auch nur das kleinste Verbrechen plant, wird zukünftig „ohne“ unterwegs sein. Und zwar von Kindesbeinen an.

Gemüse kann Ihrer Gesundheit schaden

Trotz guter Ernährung kann man an Mangelerscheinungen erkranken, das zeigt eine brandneue Studie und hängt mit den minderwertigen Gemüsen aus den holländischen Gewächshäusern zusammen.
So ist etwa der Gehalt von Vitamin C in Gurken in den vergangenen sieben Jahren um 99 Prozent zurückgegangen, der Vitamingehalt von holländischem Broccoli oder Karfiol ging demnach seit 2001 um 84 bzw. 64 Prozent zurück. Der Chicorée enthält überhaupt kein Vitamin C mehr, wie Wissenschaftler der renommierten Universität Wageningen vor kurzem entdeckten.

Der Grund: Die Böden sind wegen der intensiven Nutzung total ausgelaugt und können das Gemüse nicht mehr mit ausreichend Mineralien – sie sind die Grundlage der Vitaminbildung – versorgen.
„Große Teile unseres Bodens sind einfach tot“, fasst die Verbraucherschutzorganisation „Consumentenbond“ zusammen. Der Agrarwissenschaftler Paul Blokker von der „Vereinigung Bauer und Umwelt“ warnt: „Wenn wir nicht bald eingreifen, dann ist die Gesundheit unserer gesamten Bevölkerung in Gefahr.“

Schlichtheit siegt

In Japan ist Harumi Kurihara in der Kochszene allgegenwärtig: Sie schreibt Kochbücher, publiziert Zeitschriften und ist regelmäßig in ihrer Kochsendung zu sehen. Dennoch sieht sie sich eigentlich als ganz normale Hausfrau. Und was das in Japan bedeutet, zeigt sie mit ihrem zweiten Buch: „Einfach japanisch kochen“, bei Dorling Kindersley erschienen.

Harumi Kurihara versucht, die japanische Küche auch für Nicht-Japaner verständlich und die Rezepte nachkochbar zu machen. Sie präsentiert Rezepte, für die kaum spezielle Zutaten notwendig sind oder schlägt Alternativen für solche vor.

Am Beginn des Buches findet sich eine Auflistung von Werkzeugen, die man für Harumis Gerichte braucht, und diese Liste führt uns eindringlich die Unterschiede zu unserer Art zu kochen vor Augen: Gute Messer sind das A und O, weiters benötigt sie Reiben, einen Mörser und, nicht zu vergessen, Kochstäbchen. Alles sehr simple und sinnvolle Geräte, keine Spur von Eierschneidern oder Melonenausstechern. Worauf man statt auf unsinnigen Küchenrat in Japan Wert legt, sind die Schneidetechniken, die, so die Autorin, großen Einfluss darauf haben, wie ein Gericht schmeckt und wirkt. Sie wundert sich manchmal, erzählt sie, dass es in anderen Sprachen so wenige gängige Wörter für Schnittarten gibt, kann doch jede japanische Hausfrau aus dem Stegreif mehrere aufzählen: „Hangetsugiri“ etwa bedeutet halbmondförmig geschnitten, „Koguchigiri“ in feine Scheiben geschnitten – aber nur bei Zutaten mit rundem Querschnitt, lautet der wichtige Zusatz, der noch einmal die subtilen Stilmittel der japanischen Küche verdeutlicht.

Harumis Rezepte sind schlicht und die Zutatenlisten meist kurz, dennoch bestechen ihre Gerichte durch die Sorgfalt, die es für die Zubereitung braucht. Tofu mit Ricotta etwa, durch eine simple Marinade und feine Kräuterstreifen veredelt. Oder Ingwerschweinefleisch, bei dem es hauptsächlich auf den guten Schnitt ankommt. Für Ochazuke, das japanische Risotto mit grünem Tee, braucht es nicht mehr als drei Zutaten, die gebackene Papaya mit Kokosmilch verlangt nach vier und ist in Windeseile fertig.

Beim Decken des Tisches geht man in Japan übrigens ganz anders vor als bei uns: Das Geschirr einer Tafel soll möglichst vielfältig sein, keineswegs ein einheitliches Service. Keramik und Lackwaren in unterschiedlichen Farben, Formen und Oberflächen machen den Reiz einer echten japanischen Tafel aus.

Harumi Kurihara:
Einfach japanisch kochen

Dorling Kindersley Verlag, 160 Seiten
19,95 Euro


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