Der größte Pool der Welt

Ein Hotelier hat im chilenischen Ferienort Algarrobo ein Megaschwimmbecken von über einem Kilometer Länge gebaut. Einige Daten: 1.136 m Länge, 35 m Tiefe, acht Hektar Fläche, 250 Millionen Liter entsalztes Meerwasser, fünf Jahre Bauzeit, 1,3 Milliarden Euro Baukosten, 2,6 Millionen Euro jährliche Betriebskosten. Die Lage: direkt am Pazifikstrand. Was uns zu diesem Wahnsinn fehlt: Plastikpalmen sowie eine riesige Wand mit Fototapete. Und das Baywatch-Team.

Unsere Fastenwoche im Büro

Zum ersten Mal in meinem Leben eine ganze Woche nichts essen. Eine ganze Woche Askese. Eine ganze Woche keinen Wein, keinen Kaffee und schon gar keine Zigaretten. Ich nahm mir vor, das ernsthaft durchzuziehen. Meine Blutwerte lasse ich vorab checken – Hämoglobin und Cholesterin könnten besser sein. Mal sehen, ob das nachher anders ist.

Wir haben uns den November ausgesucht, alle Verlagsmitarbeiter aus Verwaltung und Marketing machen mit, es soll neben der täglichen Büroarbeit funktionieren. Am ersten Tag kommt Katharina, unsere Betreuerin von der „Gesellschaft für Gesundheitsförderung“ in Wien, eine halbe Stunde früher, um einen Redaktionsraum als täglichen Mittagstreffpunkt „vorzubereiten“. Ich befürchte das Schlimmste und stelle mir vor, wie wir gemeinsam im Trommelwirbel unsere Aura stärken.

Doch unser erstes Treffen verläuft sehr angenehm, obwohl niemand von uns die geringste Erfahrung mit Fasten hat und alle leicht verunsichert sind. Wir hören über Fasten als Reinigungskur und erhalten zahlreiche hilfreiche Tipps. Und trotz so manchen flauen Gefühls und der Angst vor Hunger freuen wir uns plötzlich auf die Herausforderung.

Der nächste Tag wird der „Entleerungstag“. Das geht mit Glaubersalz. Es wirkt stark abführend und reinigt nebenbei den Dünndarm. Dazu gibt’s viel Wasser, Kräutertee und Gemüsebrühe sowie – um den Mund zu erfrischen – ein Scheibchen Zitrone.

Die erste Nacht wird nicht leicht. Herzklopfen, Kältegefühl, Schwindel und nur vier Stunden Schlaf. Seltsam, das wird am nächsten Tag absolut kein Problem, denn während des Fastens braucht der Körper weniger Schlaf, da er nichts verdauen muss. Das gibt Hoffnung auf eine energiegeladene, sehr effektive Woche.

Am nächsten Tag, ein Samstag, beginnen wir um 9 Uhr mit Nordic Walking. Viel Bewegung ist wichtig, weiß Katharina, da sonst Muskelmasse abgebaut wird. Sie fordert uns, doch interessanter Weise verspüre ich keinen Hunger, dafür jedoch ständig Durst.

Am Sonntag treffen wir uns in meiner Wohnung. Jeder spricht über seine bisherigen Erfahrungen, es gibt frisch gepressten Karottensaft, der wunderbar schmeckt. Katharina erzählt von Franz Xaver Mayr, dem „Darm-Doktor“, der vor Jahrzehnten herausgefunden hatte, dass fast alle Krankheiten besser wurden oder sogar verschwanden, wenn der Darm gesund war. Die Verschlackung der Darmzotten kann zu Gesundheitsstörungen, zu Mangelzuständen und zu einer Selbstvergiftung des Organismus führen. Daher besprechen wir den Einlauf zur Dickdarmreinigung, wir sollen ihn, rät Katharina, möglichst jeden Tag machen. Irgendwie witzig, aber eigentlich kein wirkliches Problem.

Das Bedürfnis nach fester Nahrung wird ab und an präsent, verschwindet aber durch viel Trinken. Ich räume zusammen, bügle die Wäsche, koche für meine „beiden Männer“.

Montag und Dienstag vergehen sehr schnell, weil ich im Büro viel zu tun habe. Eine Thermoskanne mit heißem Wasser und eine mit Kräutertee stehen auf meinem Schreibtisch, immer wieder unterbreche ich die Arbeit für einen kleinen Spaziergang. Mittags ist Besprechung mit unserer Fastentrainerin Katharina. Wir fühlen uns leicht, agil, motiviert und lachen viel. Ein tolles Gefühl …

Besonders angenehm werden jene drei Stunden, die ich mir allabendlich selbst widme, ich nenne es das Säuberungsritual: Trockenbürsten, Einlauf, Vollbad, heiße Gemüsebrühe, Leberwickel. Zum Leberwickel gibt es weihevolle Hindu-Chants aus Indien, eine dicke Decke und viele Kerzen. Schön warm eingepackt erlebe ich das Gefühl von Leichtigkeit, fast so, als würde ich schweben. Ab jetzt schlafe ich immer wunderbar und tief.

Mittwoch: Heute ist „Fastenbrechen“, es gibt wieder Essen. Ich habe bereits vier Kilo abgenommen, doch das ist Nebensache. Was wirklich zählt, ist der Reinigungseffekt: Das Gewebe ist straffer und die Haut reiner und jugendlicher geworden. Ich habe es geschafft! Ich bin sehr stolz auf mich.

Das „Festmahl“ im Büro ist um 12 Uhr angerichtet. Ein feiner Geruch nach Ingwer und Honig, viele Kerzen, Blumenblüten und funkelnde Glasperlen am festlich weiß gedeckten Tisch. Ein saftiger, rotglänzender Bio-Apfel am Teller. Wir nehmen uns 15 Minuten Zeit dafür, es wird ein wunderbarer Genuss. Wir besprechen die drei so genannten Aufbautage, die nun folgen sollen. Tabu während dieser Zeit sind Alkohol, Fleisch und Salz, wichtig sind auch weiterhin viel Bewegung und ganz bescheidene Mahlzeiten. Abends koche ich eine frische Kartoffelsuppe mit Kräutern, die auch meine „beiden Männer“ herrlich finden.

Am letzten Tag feiern wir unsere erfolgreich absolvierte Fastenwoche in einem vegetarischen Bio-Restaurant. Es gibt frische Salate, Kartoffel mit Kräutertopfen, rote Grütze, warme Polenta mit Zimt und Apfel. Hervorragend. Ich bin froh, diese Fastenwoche gemacht zu haben. Ich fühle mich reiner und leichter, ich bin fröhlicher und aktiver als je zuvor. Und der Bluttest aus dem Labor zeigt, dass sich nun alle Werte im grünen Bereich befinden.

Heute, zwei Monate danach, rauche ich noch immer nicht und trinke weniger Kaffee. Das abendliche Gläschen Wein gehört aber zu jenen Genüssen, die ich nicht missen möchte. Beim Sport muss ich konsequenter sein. Früher war’s kein Problem, aber in die Regelmäßigkeit wieder hineinkommen, das braucht viel Selbstdisziplin, es ist ja noch so kalt draußen. Besonders achte ich aber auf meine Ernährung: viel Obst und Gemüse, Kartoffel, Linsen, wenig Fleisch und wenig Fett. Das funktioniert super!

Fazit: Die Fastenwoche im Büro ist eine Erfahrung, die ich ab nun jedes Jahr machen möchte. Ob ich es das nächste Mal schon alleine schaffe, weiß ich nicht, in der Gruppe ist es viel leichter. Vor allem, wenn sich wieder ein so tolles Teamgefühl in der Firma einstellt – das ist Mitarbeitermotivation pur, und bestens für die Gesundheit.

Infos unter: www.gesundheitsfoerderung.at

Karibik in der Küche

Wenn der Winterblues die gute Laune vernebelt und die Kälte auf die Dauer etwas mühsam wird, möchte man in warme Gefilde flüchten – oder zumindest das Flair des Südens in die Küche holen. Diesmal schweifen wir aber weiter als nur bis nach Italien, dem üblichen Verdächtigen in Sachen Sommerfeeling: in die Karibik.
Der Umschau Verlag hat ein Buch herausgebracht, das die nicht unbedingt sehr bekannte Kochkunst Guadaloupes in den deutschsprachigen Raum importiert. Die Französin Sylvie Clément krempelte vor fünfzehn Jahren ihr Leben um und übersiedelt mit Sack und Pack auf diese paradiesische Insel. Sie vertiefte sich in die Geheimnisse der Küche Guadaloupes, setzte sich mit Zubereitungsarten wie dem Räuchern über Zuckerrohr ebenso auseinander wie mit exotischen Zutaten – Antillengurken, Meeresschnecken oder Mammi-Äpfeln. Sylvie Clément vergaß aber nicht auf ihre französischen Wurzeln. Sie besann sich der typischen Elemente ihres Heimatlandes und fügte sie zu den spannenden Neuentdeckungen hinzu: Das Ergebnis sind etwa eine Tarte mit ganzen Chilis, Krapfen vom Hornhecht mit Safran-Rouille, der berühmten Mayonnaise, die typischerweise eine Bouillabaisse begleitet, oder Pain Perdu – Arme Ritter – mit Rohrzuckersauce.
Diese Küche erhält ihre Lockerheit nicht zuletzt durch die unglaubliche Improvisationsfreude: Gekocht werden kann nicht nur in Töpfen, sondern auch in Bananenblättern oder Konservendosen, gegrillt wird am Strand über getrocknetem Treibholz, Cocktails werden in abgeschnittenen Plastikflaschen serviert. Die Bilder zeigen Picknicks am Strand oder Bootsausflüge mit kreativem Proviant – das Buch schafft es so, wirkliches Urlaubsfeeling aufkommen zu lassen. Der Nachteil ist freilich, dass die Gerichte vor allem auch durch die Frische ihrer Zutaten leben. Und der Fisch wird hierzulande leider ebenso wenig frisch sein, wie die köstlichen Früchte, von der Maracuja bis zur Karambole, reif zu bekommen sind.
Obwohl der Band Mitteleuropäern eher als Reiseanregung denn als Küchenratgeber zu empfehlen ist, finden wir es schön, dass auch die Küche der kleinen Antilleninsel es wert ist, in einem eigenen Kochbuch vorgestellt zu werden.

Rezepte (im PDF Format):
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Sylvie Clément:
Die karibische Küche

Umschau, 184 Seiten
24,90 Euro


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© 2007 „Die karibische Küche“, Umschau Verlag