Fäkalienpreise steigen

Im Alter von 29 Jahren ist 1963 der Avantgardekünstler Pier Manzoni an Alkoholvergiftung gestorben, jetzt macht er wieder von sich reden: von seinem bekanntesten Werk – 90 Konservendosen – ist kürzlich eine Büchse bei Sotheby’s Mailand um knapp 100.000 Euro ersteigert worden.
Die schlichten Blechdosen sind mit „Künstlerscheiße – Nettoinhalt 30 Gramm – Naturrein abgefüllt im Mai 1961“ beschriftet, was sie wirklich enthalten, ist umstritten. Die Galerie Tate Modern, die eine der Konservendosen ausstellte, erklärte, es sei unmöglich, den Inhalt zu überprüfen, da eine Öffnung den künstlerischen Wert des Objektes zerstören würde.
Manzoni war überzeugt, dass alles Kunst sein könne, dass alles als Kunst akzeptiert werde, wenn es richtig präsentiert sei … Die Versteigerung in Mailand zeigte übrigens einen rasanten Wertzuwachs. Sie erzielte rund 30.000 Euro mehr als jene vor vier Monaten in New York bei Christie’s. Unser Tipp: Kaufen.
Oder doch nicht.

Blumau goes green

Im Rogner-Bad Blumau, dem „Hundertwasser-Thermenhotel“ in der Steiermark, wurden bislang alljährlich 1,5 Millionen Liter Heizöl verbraucht, was Natur und Mensch rund 4.500 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid bescherte. Jetzt ist damit Schluss: Neuerdings wird zu 100 Prozent mit Erdwärme geheizt. Dazu gibt’s Öko-Strom – 1,5 Millionen kW pro Jahr – aus den eigenen heißen Quellen. Und das Thermalwasser wird ab sofort natürlich gereinigt, dadurch lassen sich 26 Tonnen Schwefelsäure pro Jahr einsparen. Bravo!

Umfrageergebnisse

85 % der Frauen sind mit dem Geschlechtsteil ihres Mannes zufrieden.
80 % der Mitteleuropäer würden gerne zu Hause sterben.
73 % der Deutschen hatten mindestens einmal im Leben ein paranormales Erlebnis.
53 % der US-Bürger können die Frage nicht beantworten, wie lange die Erde braucht, um die Sonne einmal zu umrunden.
45 % der Männer wünschen sich einen größeren Penis.
20 % der Amerikaner glauben, die Sonne kreise um die Erde.
0,2 % der Männer wünschen sich einen kleineren Penis.

Quellen: Weltwoche, Die Zeit, Institut für Demoskopie Allensbach, National Science Foundation USA, Süddeutsche Zeitung, Spiegel.

Pasta für alle

Nudeln gehen irgendwie immer. Wenn man für eine große Tischrunde etwas kochen will, das garantiert jeder isst, wenn man mit hungrigen Kindern nach einem Ausflug nach Hause kommt oder sich kurzfristig Freunde angekündigt haben: Nudeln mag jeder, vor allem die italienische Pasta. Die Vielzahl der Formen verblüfft selbst erfahrene Gourmets immer wieder, hinzu kommt das breite Spektrum der Rohstoffe: Nudeln aus Kastanienmehl oder dem uralten Getreide Kamut finden sich mittlerweile auch bei uns, zum Beispiel in Biosupermärkten oder in gut sortierten Delikatessenläden.

Aus der Kreativecke kommen etwa Taglierini mit dunkler Schokolade im Teig, Farfalle, die mit Chili versetzt wurden, oder Papardelle mit Basilikum. Bei solchen „etwas anderen“ Sorten ist aus Gourmet-Sicht immer ein wenig Vorsicht geboten, dienen die Ingredienzien doch meist mehr als verkaufsfördernder Aufputz denn als geschmacklich sinnvoller Bestandteil. Nicht selten verblassen die Farben, die im Rohzustand noch kräftig sind, beim Kochen zu einer eher unappetitlichen Mischkulanz.

Nudeln, egal welcher Art, sind jedenfalls allgegenwärtig. Was sich noch nicht so großen Interesses erfreut, ist die eigene Herstellung von frischer Pasta. Dem will ein neues Kochbuch Abhilfe schaffen: „Il Mondo della Pasta“ von Fernsehkoch Sante de Santis macht mit seinen vielen Bildern die Herstellung von frischer Pasta nachvollziehbar, etwa beim Arbeiten mit der Nudelmaschine (handbetriebene gibt es schon ab etwa 40 Euro im Fachhandel, aus eigener Erfahrung empfehlen wir allerdings, ein wenig mehr in eine motorisierte zu investieren).

Zu Beginn des Buches finden sich die Grundrezepte für Nudeln wie Orecchiette oder Strozzapreti, später folgen dann Gerichte wie Tagliolini mit Zucchiniblüten, Ravioli mit Radicchiomarmelade oder Spaghetti alla chitarra (mit eckigem Querschnitt) mit Bohnencreme. Das Glossar erklärt Käsesorten ebenso wie etwa den Löffeltest zur Überprüfung der richtigen Teigkonsistenz.

Es ist schön, dass sich ein Buch der Pastaherstellung widmet und auch Anfängern Lust darauf macht. Fein sind auch die italienischen Rezeptnamen. Ein wenig mehr Fingerspitzengefühl hätten wir uns allerdings vom Fotografen gewünscht: so manches Bild ist unscharf und die Gerichte leiden unter Überdekoration. Außerdem nervt die werbliche Präsenz von Industriesponsoren auf den Fotos ganz gehörig.

Rezepte (im PDF Format):
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Sante de Santis:
Il Mondo della Pasta

Umschau Verlag, 192 Seiten, zahlreiche Farbfotos
29,90 Euro


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