Das Geheimnis der Hundertjährigen

Die ideale Ernährung

In den sogenannten „blauen Zonen“ leben überdurchschnittlich viele Hundertjährige. Über die Ernährungsgewohnheiten der ältesten Menschen der Welt und welche Nahrungsmittel zu einem langen und gesunden Leben beitragen.

Nicoya, Costa Rica

Bis Ende des 20. Jahrhunderts ernährten sich die Bewohner der „blauen Zonen“ fast ausschließlich pflanzlich und von Lebensmitteln, die nicht industriell verarbeitet waren: Vollkorn, Blattgemüse, Nüsse, Knollen und Hülsenfrüchte. Das vermutlich gesündeste Frühstück der Welt ist das traditionelle costa-ricanische Gericht „Gallo pinto“ aus gekochten Bohnen, Paprika, Reis und Kräutern mit Mais-Tortillas. Bohnen kombiniert mit Mais liefern wichtige Aminosäuren, die nach neueren Erkenntnissen sogar der Zellgesundheit nützen – also wie ein natürlicher Jungbrunnen wirken.

Sardinien, Italien

Das Dorf Arzana auf Sardinien liegt in einer Region mit der weltweit höchsten Dichte von männlichen Hundertjährigen. Das liegt zum einen an der matriarchalen Gesellschaft, in der Frauen den familiären Stress schultern und zum anderen an der einfachen, traditionellen Ernährung. Eine sardische Minestrone gekocht aus Bohnen, Karotten, Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten, Fenchel, Kohlrabi und Kräutern, getoppt mit Olivenöl enthält zahlreiche Vitamine und Ballaststoffe, die das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs vermindern. Im für die Region typischen Sauerteigbrot aus dem Ziegelofen, das zu jeder Mahlzeit gereicht wird, sorgt die durch Hefe erzeugte Milchsäure dafür, dass die Kohlenhydrate viel langsamer in den Blutkreislauf gelangen als bei herkömmlichem Weißbrot.

Okinawa, Japan

Verglichen zu Amerikanern haben Bewohner der japanischen Insel Okinawa eine dreimal höhere Chance 100 Jahre alt zu werden – vor allem Krebserkrankungen kommen viel seltener vor. Eine typische Mahlzeit besteht aus vielen kleinen Gerichten auf Pflanzenbasis aus 50 verschiedenen Zutaten, wovon die Hälfte nur in Okinawa zu finden ist. Dazu gehören etwa Tofusuppe, Karottensalat, gekochter Farn und im Wok gebratene Papaya. Diese Ernährungsweise ist besonders nährstoffreich und kalorienarm. Ein inseltypisches Gemüse ist die Bittermelone. Sie ist reich an Vitamin C und A, Folsäure sowie Antioxidantien, was Krebs vorbeugen kann, die Leber schützt und die Vermehrung von Bakterien hemmt. Gewürze wie Kurkuma sowie verschiedene Algenarten tragen ebenso zum Schutz vor Krebs, Herzleiden und Demenz bei.

Loma Linda, Kalifornien

Die Religionsgemeinschaft der Siebten-Tags-Adventisten orientiert sich bei ihrer pflanzenbasierten Ernährungsweise an Speisevorschriften aus der Bibel. Eine große Gemeinde der protestantische Freikirche befindet sich in Südkalifornien. Die Lebenserwartung der hiesigen Gläubigen liegt um bis zu 7,3 Jahre höher als im kalifornischen Durchschnitt. Auf dem Speiseplan stehen vorwiegend Vollkornprodukte, Obst, Nüsse und Gemüse – gemieden werden hingegen Fleisch, Fett, Gewürze, Zucker und Salz. Wissenschaftler fanden heraus, dass Adventisten, die sich rein pflanzlich ernähren, eine um 12 Prozent niedrigere Sterberate aufweisen als gleichaltrige, die regelmäßig Fleisch verzehren.

Die traditionellen Ernährungsweisen in den „blauen Zonen“ verbindet eine pflanzliche Vollwertkost aus Getreide, Blattgemüse, Nüssen und Hülsenfrüchten – die vier Säulen für ein langes und gesundes Leben.

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