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Die 35 weltbesten Spa-Kreuzfahrtschiffe

Der informative RELAX-Guide-Kompass für Ihre nächste Seereise

Die Idee klingt wie ein Traum: ein schwimmendes Hotel. Man wacht morgens auf, öffnet die Tür, atmet frische Seeluft und ist schon wieder in einem anderen Land. Reisen ohne Umpacken und ohne Beschwerlichkeit, dafür aber mit vollem Genuss: gut essen, Spaß haben, schwimmen, neue Gegenden kennenlernen und sogar einen Wellnessurlaub auf hoher See erleben.

22 Millionen Menschen pro Jahr, davon 6,4 Millionen Europäer, gönnten sich zuletzt diesen Traum vom schwimmenden Hotel. Ein Traum, aus dem eine riesige Industrie geworden ist.

Weltweit operieren etwa 75 Reedereien in diesem Metier und lassen rund 350 Kreuzfahrtliner auf allen Weltmeeren fahren. Dazu kommen noch an die 1.000 Flussschiffe für Touristen. Kein Bereich im Tourismus kann mit solchen Umsatzzuwächsen glänzen wie der Urlaub auf See. Allein in Europa hat sich die Zahl der Schiffsurlauber in den letzten 10 Jahren verdoppelt, und man schätzt, dass die Passagierzahlen bis 2020 jährlich um 7,1 Prozent steigen werden.

Einer der Gründe für dieses Phänomen ist, dass sich die Passagierschifffahrt in den letzten Jahrzehnten komplett neu erfunden hat. Noch Anfang der 1960er Jahre gab es mehr als 100 Reedereien, die Fernlinien übers Meer mit regelmäßigem Fahrplan durchführten und allein über den Atlantik eine Million Passagiere pro Jahr beförderten. Heute existiert nur mehr ein einziges Schiff, das im Sommer einen Liniendienst von Europa nach Amerika anbietet, die Queen Mary 2 in einer Luxusversion.

Die Konkurrenz des Flugzeuges ließ der Branche nur eine Wahl: die Vergnügungsdampfer. Die gab es zwar auch schon früher, aber eine Kreuzfahrt auf hoher See war einem kleinen, elitären und zahlungskräftigen Publikum vorbehalten. Das hat sich dramatisch geändert. Aus einem Luxusprodukt wurde ein Massenartikel. Möglich wurde dies mit immer größeren Schiffen und familiengerechten Angeboten, mit bombastischen Attraktionen und neuen Sitten wie etwa der Abkehr von strengen Kleidervorschriften.

Die 35 besten von insgesamt 350 Kreuzfahrtschiffen

Doch auch der alte Luxus und die eleganten, sehr formellen Kreuzfahrttraditionen haben überlebt. Kreuzfahrt ist daher heute nicht gleich Kreuzfahrt. Der Unterschied zwischen einem Megaschiff wie der Oasis of the Seas mit 8.000 Menschen an Bord, mit Surfsimulatoren, einer Eislaufbahn, Rockkonzerten, 464 Spielautomaten, 24 Restaurants und 160 Trainingsgeräten einerseits und einem Luxusschiff wie der MS Europa 2 andererseits ist in etwa so wie der zwischen einem preiswerten 5.000-Zimmer-Resort in Las Vegas und einem elitären Luxushotel an der Côte d’Azur.

Der RELAX Guide möchte Ihnen helfen, das richtige Schiff zu finden, ohne dabei Geschmäcker und Bedürfnisse zu bewerten. Ob man lieber Fun und Action sucht oder Ruhe und Erholung, einen lustigen und preiswerten Familienurlaub oder eine kontemplative Nordlandfahrt, ob Luxus oder Budget, das bleibt jedem selbst überlassen. Entscheidend ist, das richtige Angebot zu finden. Wir haben nach gründlicher Recherche aus 350 Kreuzfahrtschiffen die besten 35 ausgewählt und sie mit Lilien bewertet. Dabei wurden sowohl die Größe der Liner berücksichtigt als auch die mit dem Preis verbundene Qualität (drei Klassen: Budget, Premium, Luxus). Zwingende Voraussetzung für die RELAX-Guide-Selektion war allerdings auch ein gutes Wellnessangebot an Bord. Nicht zu finden in unserer Auswahl und in unseren Rankings sind daher Schiffe, die über kein solches Angebot verfügen, wie etwa Segler, Expeditionsschiffe oder ältere Cruiseliner.

Wie das Schiffs-Business funktioniert

Die moderne Kreuzfahrtindustrie arbeitet nach demselben Grundprinzip wie Ikea, H & M, Zara oder Tchibo: Billige Arbeitskräfte aus der Dritten Welt produzieren eine auf den europäischen oder amerikanischen Geschmack ausgerichtete Ware, in diesem Fall eine Dienstleistung. Das Gros der Mannschaft auf jedem Kreuzfahrtschiff kommt aus „armen“ Ländern, ganz besonders viele zum Beispiel von den Philippinen. Nur Premium- und Luxusschiffe leisten sich im Service einen höheren Anteil an teureren europäischen Mitarbeitern. Will man als Österreicher, Schweizer oder Deutscher lieber deutschsprachiges Personal, dann muss man deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Obwohl die USA nie eine große Seefahrernation waren, wird das Kreuzfahrtgeschäft heute von amerikanischen Konzernen dominiert, insbesondere von den Großreedereien Carnival und Royal Caribbean, zu denen viele europäische Reedereien gehören, von Costa bis Cunard. Der amerikanische Einfluss ist für europäische Urlauber oft ein Ärgernis. So kann man heute kaum noch bei einem Kreuzfahrtschiff die Klimaanlage abschalten, weil US-Touristen nicht ohne Dauergebläse urlauben möchten und weil die amerikanischen Reedereien Angst davor haben, dass sich irgendwo Schimmel oder Ähnliches bilden könnte. Auch die Zwangstrinkgelder, die Ausbreitung von Spielcasinos auf hoher See und unwürdig kitschiges Schiffsdesign sind auf den US-Einfluss zurückzuführen.

Aber kommen wir zu einem weiteren Kreuzfahrtprinzip. Es heißt: „Economies of Scale“. Ein Begriff aus der Betriebswirtschaft, der bedeutet, je mehr man produziert, umso billiger wird es. Und so ist es auch bei den Schiffen: Je größer der Kahn, umso effizienter und profitabler kann er betrieben werden. Das Positive daran ist, dass Kreuzfahrten so „demokratisiert“ wurden. Was einst nur einer reichen Oberschicht möglich war, ist jetzt ein für jedermann leistbares Vergnügen geworden.

Billige Kreuzfahrten sind daher solche auf großen Schiffen, wo die Passagiere in relativ kleinen Kabinen untergebracht sind, während es bei den meisten Luxuslinern mit Ausnahme von Seglern genau umgekehrt ist: Das Schiff ist klein, die Kabinen groß. Es gilt außerdem die Regel: Billig ist teurer, als es zunächst scheinen mag. Das beginnt mit den auf vielen europäischen und allen amerikanischen Budgetklasse-Schiffen üblichen Zwangstrinkgeldern, die pro Tag und Person abgezogen werden und auf US-Schiffen auch automatisch auf andere Leistungen wie ein Getränk an der Bar oder eine Massage im Spa aufgeschlagen werden (bis zu 18 Prozent). Tatsächlich ist obligatorisch abgebuchtes Trinkgeld eine arglistige Täuschung: Die Kundschaft wird mit niedrigen Preisen gelockt, um ihr dann nach der Buchung die Personalkosten hinterrücks aufzubürden.

Ein weiterer Nachteil von Schiffen der Budgetklasse ist, dass sie oft relativ weit von einer Destination entfernt anlegen (oft in hässlichen Industriehäfen) und die nötigen Bustransfers extra verrechnen. Doch es gibt noch weitere Nebenkosten bei vermeintlich billigen Jakoben. Wer etwa Abwechslung beim Essen sucht, kann in der Budget- und Premiumklasse in der Regel nur gegen Aufpreis in feineren Spezialitätenrestaurants speisen. Auch der Zutritt zum Wellnessbereich ist in der Budgetklasse meist kostenpflichtig. Die Fitnessgeräte hingegen darf man fast immer gratis benützen. Was man ebenfalls bedenken sollte, ist das Verhältnis Raum zu Passagier (Kabine und öffentliche Bereiche): Größere Kabinen und weitläufige Decks sind sehr angenehm und schön, haben aber ihren Preis.

Sollte man große Schiffe meiden?

Nein, keineswegs. Wenn Sie sich für ein großes Schiff entscheiden, hat dies eine Reihe von Vorteilen. Megaliner, sofern es sich um neuere Schiffe mit modernen Antriebssystemen und ausgefeilten Stabilisatoren handelt, gleiten wesentlich ruhiger über das Meer als ihre kleinen Konkurrenten. Die Showprogramme sind ungleich größer und professioneller. Es macht eben einen Unterschied, ob 30 oder 1.500 Passagiere bei einer Vorstellung zuschauen. Wer Spaß und Attraktionen aller Art sucht, für den gilt: Big is beautiful. Auch Familien mit Kindern sind auf diesen Schiffen besser bedient: Hier findet man Dinge, die Kids und Teens begeistern, mitunter sogar einen ganzen Aquapark. Es gibt Kidsclubs und vor allem viele andere Kinder. Wenn Sie allerdings auf Gourmetküche, hohe Servicequalität, viel Platz und Ruhe Wert legen, sollten Sie zumindest auf Premiumschiffe ausweichen. Und wer wirklich Luxus ohne Wenn und Aber sucht, wird wahrscheinlich auf einem kleinen Schiff einchecken.

Das Klassensystem kehrt zurück

Auf der Titanic gab es noch drei Klassen. Für die ärmeren Passagiere der dritten Klasse waren damals nicht einmal Rettungsboote vorgesehen. Das hat sich seither geändert. Natürlich gibt es auf jedem Schiff unterschiedliche Preiskategorien, auf großen Oceanlinern sind das mitunter mehr als 30, aber das Klassensystem verschwand. Man zahlt je nach Kabinengröße, Ausstattung, Lage oder All-inclusive-Umfang einen unterschiedlichen Preis, angefangen von den billigen Innenkabinen bis zur teuersten Variante, die man Ownersuite nennt.

In den letzten Jahren gibt es allerdings einen starken Trend zur Einführung einer „Business-Class“ auf Kreuzfahrtschiffen. Häufig bewacht von einem Concierge-Tisch und meist ganz oben auf großen Massenschiffen findet man dann „ein Schiff auf einem Schiff“. Eine Zone, die Kunden anlocken soll, die ansonsten ein Luxusschiff gebucht hätten. Dort steht den Passagieren ein eigenes exklusives Restaurant „abseits der Massen“ zur Verfügung, und es werden – je nach Schiff unterschiedlich – diverse Zusatzleistungen geboten wie Butler-Service, eigene Lounges, eigener Check-in und so fort.

So hat zum Beispiel die Norwegian Breakaway, eine Ozeanriesin mit 4.000 Passagieren und 1.600 Mann Besatzung, einen Bereich mit 42 Suiten, der sich „The Haven“, Oase also, nennt. Sieben von 15 Costa-Schiffen verfügen über eine eigene „Samsara-Klasse“ mit exklusivem Restaurant nur für diese „Business-Class“, kostenlosem Spa-Eintritt etc. Ein ganz ähnliches Konzept nennt sich bei MSC „Yacht-Club“. Manche Reedereien reden nicht so gerne darüber, um nicht das Gros ihrer „Economy“-Kunden zu vergraulen. Die neue Mein Schiff 3 etwa von Tui Cruises offeriert ohne spezielle Bezeichnung den Buchern von Suiten und Juniorsuiten einen eigenen Concierge-Service, separaten Check-in, Minibars und vor allem den exklusiven Zugang zur X-Lounge (mit Innen- und Außenbereich), wo man jederzeit kostenlosen Champagner und Kaviar bekommt.

Wie man richtig bucht

Ob im Reisebüro oder per Internet, wer eine Kreuzfahrt besonders günstig buchen will, muss entweder besonders früh oder besonders spät zuschlagen und dabei flexibel sein. Grundsätzlich gilt: Wer eine ganz bestimmte Kreuzfahrt zu einem ganz bestimmten Termin und mit einer speziellen Route machen möchte, sollte sich den von vielen Reedereien gewährten Frühbucherbonus sichern. Weitaus größere Schnäppchen mit Preisreduktionen von bis zu 50 Prozent sind allerdings für flexible Last-Minute-Entscheider möglich, denn leere Kabinen kosten die Reedereien Geld. Allerdings kann es dann leicht passieren, dass die gewünschte Kreuzfahrt ausgebucht ist. Dies gilt in besonderem Maße für Arktis- und Antarktis-Kreuzfahrten, aber auch für bestimme Klassen auf Budgetschiffen während der Ferienzeiten. Eine interessante Möglichkeit sind auch sogenannte Garantiekabinen, die manche Reedereien anbieten. Gesichert ist dann zwar die Mitfahrt, aber nicht die Kabinenklasse. Diese preiswerte Möglichkeit gibt es sogar auf Luxusschiffen wie etwa der MS Europa 2.

Die RELAX-Guide-Lilien für Schiffe

Erstmals in seiner 16-jährigen Geschichte vergibt der RELAX Guide Lilien nicht nur für Wellness- und Kurhotels, sondern auch für Kreuzfahrtschiffe. Auf den folgenden Seiten finden Sie 35 Schiffe mit genauen Beschreibungen und Bewertungen, wobei baugleiche Schiffe zusammengefasst wurden. Neben dem Schiffsnamen sind die maximale Passagieranzahl (bei Vollbelegung einschließlich Zusatzbetten) und das Preissegment (Budget/Premium/Luxus) angegeben. Unsere Rankings listen die jeweils fünf besten in vier Kategorien auf: Luxus, Premium, Budget und die besten Spas auf hoher See. Wir wünschen Ihnen informative Unterhaltung mit unserem diesjährigen Sonderteil und einen schönen Urlaub. „Schiff ahoi!“

Lesen Sie unser Extra „Die 35 weltbesten Spa-Kreuzfahrtschiffe“: in den Buchausgaben RELAX Guide 2015 Österreich und RELAX Guide 2015 Deutschland. Im Buchhandel um je 24,90 Euro oder hier online bestellen.